Tell Me What to Watch oder auch "Wir erweitern unseren filmischen Horizont"

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    • Snatch (2000)

      Casual Actionfilm, für mich wie immer nichts besonderes, eher chillig zum angucken. Immerhin gute British-English-Lessons bekommen. Film war teilweise sehr predictable, Humor war durchgehend average.
      Der Film war insgesamt nicht supergangster aber auch nicht supercrazy, hat also keine superstarken Seiten für mich, nichts was ich greifen könnte, was den Film besonders herausstechend macht. Pacing war sehr angenehm, ich war nicht gelangweilt.

      6/10

      edit:
      moviepilot-ratings von ds
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      kann mir halt echt vorstellen wie ich da eher floyds und minigolfpains meinung teile : - )
      Current Mantra:
      Wenn ich einen Bandscheibenvorfall habe, bin ich bei der Arbeit, wenn ich 40 Grad Fieber habe, bin ich bei der Arbeit, wenn meine Frau mit mir Krach macht und mich die Nacht nicht schlafen lässt, bin ich bei der Arbeit.
    • Mr. Brooks - Der Mörder in Dir (2007)

      (Wie gebe ich Posts eine Überschrift? @ramius)

      Kevin Costner als Mann des Jahres Earl Brooks mal wieder in einer Hauptrolle. Gefällt mir. Ebenso wie sein zweites Ich Marshall (William Hurt). Wie der Titel schon suggeriert hat Earl Brooks ein dunkles Geheimnis. Ebenso wie Dexter hat er einen Dark Passenger und ist süchtig. Nachdem er zwei Jahre "abstinent" war, mordet er wieder. Dabei wird er allerdings gesehen und fotografiert von einem so genannten Mr. Smith. Dieser ist von den Morden ebenfalls fasziniert und verlangt mitzumachen...

      Vieles an dem Film gefällt mir sehr gut, einiges jedoch nicht, wie z.B. der Handlungsstrang um Detective Atwood, welcher anfangs zufällig wirkt und sich natürlich am Ende perfekt in die Brooks/Smith Storyline setzt. Brooks Tochter Jane wird stellenweise auch zu sehr im Rampenlicht gerückt, hat aber im Endeffekt nicht so viel Auswirkung auf den Ausgang des Films.
      Irgendwie merkt man dem Film an, dass Fortsetzungen geplant waren, die jedoch nie realisiert wurden. Schade, das Spiel mit Jane (Danielle Panabaker) und vermutlich auch Detective Atwood (Demi Moore), welche sich am Ende sicher ist, dass der wahre Mörder noch frei herumläuft wäre interessant gewesen. So bleibt leider ein Film, der einen mit einem unbefriedigenden, aprupten Ende zurücklässt.

      7/10

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Outrage ()

    • Mystic River (2003)

      Entgegen dem was der Titel mir zuerst suggeriert hat ist der Film kein Mystery/Psychothriller, sondern vielmehr ein handfester Kriminalfilm wie es sie mMn viel zu selten gibt. Der Film beginnt mit einer Szene von drei Jugendfreunden, die im gleichen Arbeiterviertel von Boston in der Nähe des titelgebenden Mystic River aufwachsen und dessen Wege sich nun 25 Jahre später gespielt von Sean Penn, Tim Robbins und Kevin Bacon wieder kreuzen. Dabei ist der Film eine Mischung aus klassischem Kriminalfilm und Mileustudie. Die eigentlichen Geschichten bleiben aber immer Vordergrund.

      Herausgekommen ist ein ruhiger Film in vielerlei Hinsicht, der eher subtil vorgeht und unaufgeregt daher kommt. Auf übermäßige Dramatik wird verzichtet. Das Erzähltempo ist eher langsam weil den einzelnen Charaktären viel Zeit gewidmet wird. Trotzdem muss man gut aufpassen, weil in den Handlungssträngen vieles nur angedeutet oder kurz erwähnt wird und der Zuschauer diese nach und nach zusammenführen muss. Außerdem steht natürlich immer diese große Zeitspanne im Raum, die der Zuschauer ebenfalls nach und nach füllen muss. Dabei kommt der Film über die Konstellation der Figuren, deren Dialoge und Emotionen. Auf Musik wurde weitesgehend verzichtet oder nur dezent eingesetzt.
      Der Film erzählt und beschreibt immer aus einer gewissen Distanz oder Kühle wie sie sich auch in der Kamera zB in den Helikopteraufnahmen zeigt.
      Die Charaktäre sind alle toll gespielt. Sean Penn hat mir anfangs ein wenig zu dick aufgetragen, hat mich dann aber im Verlauf des Films immer mehr überzeugt, gerade in den ruhigen Szenen. Am besten hat mir Marcia Gay Harden in einer Nebenrolle gefallen.
      Das sind alles Aspekte die mir gut gefallen haben. Leider ist bei mir nie so richtig Spannung aufgekommen. Die Handlung war eigentlich durchaus komplex, aber irgendwie trotzdem auch ziemlich vorhersehbar. Die Charaktäre waren wie ich finde gut gespielt, aber auch nicht so richtig fesselnd oder faszinierend wie zB Tim Robbins in der Rolle wahrscheinlich rüberkommen soll und auf viele wohl auch wirkt. Die letzten 5-10 Minuten nach der eigentlichen Auflösung hätte man sich sparen können. Weiß gerade selber nicht genau warum der Film mich nicht ganz so abgeholt hat wie ich es vielleicht erhofft habe. Weil eigentlich stehe ich auf solches Erzählkino. Vielleicht hat er mich atmosphärisch nicht so gepackt.

      Schon alleine aufgrund des Casts einen Blick wert. Außerdem ist es überhaupt schön einen Film dieses Genres zu sehen, da fallen mir gar nicht so viele ein. Meistens geht es eher Richtung Gangster/Mafia oder sonstiges.

      7/10

      was ja immer noch eine ziemlich gute Bewertung ist.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Fabbo ()

    • Headhunters (2011)


      Hab den Roman gelesen und quasi danach geschworen keine Plebautoren mehr zu lesen.

      Insgesamt ist der Film aber eine gute Umsetzung, Spannungskurve kommt zu früh, wie auch im Buch,
      und es entstehen hinten raus einige Logikfehler. Wird so halt "aufregender".

      Hab mir den Konterpart, also Clas Greve, ehrlich gesagt etwas anders vorgestellt, Roger auch, aber so kommen die Unterschiede klarer hervor.
      Roger, 168cm groß, komplexbehaftet, aber dennoch mit einer wunderhübschen Frau (Synnøve Macody Lund, 10/10), die er meint nur durch das Geld allein bei sich behalten zu können.
      Greve, Spezialeinheitkämpfer und CEO eines führenden GPS-Unternehmens stellt zum Kunstdieb Brown ein perfektes Gegenüber dar.


      7.5/10, solides Kino und gute Umsetzung, Film > Buch, da hier einiges gestaucht werden konnte.
      middle age'd
    • Boyhood (2014)

      Boyhood ist ein Film der sich dadurch auszeichnet, dass er immer erst dann weitergedreht wurde, wenn die Schauspieler wieder älter genug geworden waren, um die nächsten Szenen der Kindheit und Jugend eines amerikanische Scheidungskindes abzufilmen.

      Spoiler anzeigen

      Der Film kommt äußerst unaufgeregt daher, mit entspanntem Soundtrack und bis auf wenige Ausnahmen keiner Action. Da er so biografisch nüchtern das Erwachsenwerden begleiten will ist das erstmal auch nicht schlimm. Allerdings hab ich in den über zweieinhalb Stunden doch manchmal auf die Uhr geschaut und überlegt, zu pausieren und wann anders weiterzuschauen. Trotzdem hat der Film mich relativ begeistert, weil man die Schauspieler immer wieder erkennt, und man einige Höhen und Tiefen mit ihnen durchmacht, ähnlich zu Serien mit vielen Staffeln. Ich skippe grad nochmal ein bisschen durch, weil ich den Film schon Donnerstag geschaut hab, ist total herzerwärmend, nochmal den 8-jährigen Mason und seine überforderte Mutter zu sehen in dem Wissen, was sie noch durchmachen werden und dass es sich doch iwie alles zum Guten wendet.

      Cool ist das Anlehnen an Harry Potter und Facebook, um ein bisschen Gefühl für die verstrichene Zeit zu gewinnen. Gerade weil ich kaum älter als Mason im Film bin sind die Parallelen für mich in dem Zusammenhang wenigstens sehr groß, was mich noch mehr in seine Rolle hineinversetzt. Auch lustig finde ich die traurigen Versuche der Einflussname seiner verschiedenen Stief- und seines leiblichen Vaters, die alle andere Erwartungen an und Vorstellungen von ihrem Sohn haben. Allgemein waren viele Szenen perfekt aus dem Leben gegriffen.

      Vom Feeling erinnert der Film im späteren Verlauf an Into the Wild aus offensichtlichen Gründen, das melancholisch Hinterfragende mit gleichzeitig unerschütterlichem Optimismus (zumindest für Mason selbst).


      Alles in allem ein sehr schöner Film, der leider selten fesselt und dennoch sehr gut Alltägliches einfängt. Ich würde allerdings empfehlen, den Spaß in zwei Sitzungen zu schauen, von einem Jahr auf ein anderes gibt es wenig Momentum das dabei verloren ginge. Wegen der 7.5/10
    • God Bless America (2011)

      Hauptperson bekommt Krebs diagnostiziert. Will sich umbringen. Entschließt sich doch lieber Amok zu laufen und mit Menschen die ihm nicht passen abzurechnen. Hauptsächliche gegen verdummtes Fernsehvolk.
      Als Komodie klappt der Film ganz gut, bin mir nicht sicher ob der Film mehr sein will. Gesellschaftskritik dies das. Der Film klappt auf Dauer leider nicht und wiederholt sich in seinen Mustern. Immerhin erinnert er an andere Filme wie Super und Natural Born Killers. Fand ihn trotzdem nichts besonderes, aber ganz nett anzusehen.
      6/10
    • Charade (1963)

      Kriminalkömodie mit Starbesetzung.
      Die wunderschöne Audrey Hepburn, während ihrer Blütezeit mit Breakfast at Tiffanys und der nicht weniger bekannte Hollywoodcharmeur Cary Grant.
      Ein Walther Matthau durfte auch nicht fehlen um den Cast perfekt zu machen.

      Kurze Anfangsszene, Ehemann aus dem Zug geworfen, Grant und Hepburn (Witwe) begegnen sich.
      Trotz anfänglicher Distanziertheit weiß man in welche Richtung es geht.
      Kurios wird es erst als man diese beide, die sich eigentlich zufällig im Urlaub getroffen haben, auch wieder in Paris antrifft.
      Der Ehemann hatte zur Verwunderung mehrere Identitäten und hat "Reggie" mehrere Ganoven vererbt.

      Erinnert leicht an Hitchcock.
      Grant kann ich keine Bad Guy-Rolle abkaufen, weshalb ich schon anfangs ein wenig vorweg gegriffen habe mit der Auflösung.
      Hat es allerdings nicht weniger spannend gemacht. Was mich teils gestört hat war dieser spezielle Humor (Duschszene und Verfolgungsszene z.B.), Hepburn auch viel zu quirlig, allgemein diese Romanze hat nicht in das Tempo des Film gepasst.
      Hab mich oft gefragt ob es ihr earnest ist, zu mal sie ja nicht sicher sein kann, dass er ein "good guy" ist.
      Er hat literal in 2 Tagen 3-4 Identitäten ihr preisgegeben.

      7.5/10, fand Hepburn nicht berauschend und diese ganze Romanzennebenstory etwas way off.
      Was war das überhaupt für ein Antrag zum Schluß xd
      middle age'd
    • American Psycho (2000)

      Ex Batman tötet den neuen Joker. Fand ich ganz witzig. Ansonsten geht so.


      American Psycho ist eine schwarze, wahrscheinlich polarisiernde aber doch zu zahme Satire, die Kritik an Gesellschaft und Kapitalismus übt.

      Der Film an sich ist so oberflächlich wie die Gesellschaft die dieser kritisiert. Die Figuren und Dialoge sind klischeehaft angelegt, die Charaktäre komplett undifferenziert und die Dramaturgie monoton. Natürlich ist vieles davon gewollt. Die hohl wirkenden, nichtssagenden Figuren, die alle nur auf ihr eigenes Ich fokussiert sind und darauf bedacht sind wie sie von anderen gesehen werden, sind nur noch bloße Objekte im Turbokapitalismus. Dabei geht es dann vor allem um Äußerlichkeiten oder Besitz und diese Oberflächlichkeit macht auch vor dem Protagonisten nicht Halt, der täglich seine Routine hat in der er literal und metaphorisch eine Gesichtsmaske anlegt oder in dem Vergleich der Visitenkarten. Die Außenwelt wird gar nicht mehr richtig wahrgenommen, was dem Zuschauer am Ende noch einmal deutlich vor Augen geführt wird. Die Methoden dieser von Gier getriebenen Welt ähneln den Exzessen die der Protagonist inszeniert. Insofern kann ich schon ein wenig verstehen was den Film interessant macht. Mir war letztendlich die Botschaft des Films aber einfach zu banal und diese wird in ihrer Darstellung zu plakativ, ja schon etwas nervtötend und vor allem repititiv vorgetragen.


      Aber vor allem hat der Film mich einfach ziemlich kalt gelassen. Er plätschert so vor sich hin, es wird keine Spannung aufgebaut. Es gibt keine Entwicklung. Man merkt schon früh wohin der Film will. Bei einer Figur die nach Norman Bates benannt wurde hätte man vielleicht eine komplexe Figur erwarten können. Die gibt es hier allerdings nicht. Und das ist ein Problem. Der Zuschauer is die meiste Zeit nur unbeteiligter Zuschauer, er bekommt keine Einblicke in Batemans Inneres. Der Bezug geht verloren. Bateman ist nur eine emotionslose Karrikatur, eine Comicfigur wie Batman. Die Figur übt daher auch keine richtige Faszination aus, ist nicht einmal besonders verstörend, was einen den Film über bei der Stange halten würde.


      Interessant wird es erst in den surreal anmutenen Exzessen und vor allem in deren Vorspiel, wenn die eigene Fantasie angeregt wird, der Zuschauer gefordert wird. Hier bekommt der Charakter langsam eine weitere Ebene. Trotzdem gibt es nur eine einzige emotionale Szene am Schluss vom Film wo er unter Tränen seinem Anwalt die angeblichen Taten gesteht. Das ist auch mit die komischste Szene im ganzen Film. Okay gab auch noch ein paar gute Monologe. Bale macht seine Sache im Rahmen der Möglichkeiten schon sehr gut.


      Ich habe gestern Abend btw The Big Short gesehen, der auf gewisse Weise ja durchaus seine Parallelen hat. Ist auf jeden Fall ein tolles Beispiel dafür wie man subversive Kunst gestalten kann. Mir fällt da gerade auch noch The Wolf of Wallstreet ein, der sich in seiner Kritik eben nicht auf die oberen 1% reduziert, sondern alle mit einschließt. Sie wollen alle an die Wall Street oder werfen ihr Geld nur mit Blick auf die Rendite in schlechte Anlagen. Anders würde der Kapitalismus so in seiner Form ja auch gar nicht funktionieren. Das hat mir bei American Psycho gefehlt. Kritisiert wird die Yuppie Generation längst vergangener Tage, wobei sich vor allem über irgendwelche Umgangsformen amüsiert wird.


      Ich muss sagen nach dem Schreiben eines halben Aufsatzes und den Gedanken die man sich dabei macht kann ich dem Film doch noch ein bisschen mehr abgewinnen. Ändert aber nichts daran dass ich mich beim Schauen ziemlich gelangweilt habe.



      tl;dr 6/10
    • ich glaube es ist möglich dass du ihn besser gefunden hättest, wenn du ihn eher gesehen hättest. der film ist mit der vorgetragenen thematik in der tat einfach schon (verzeiht mir) "steinalt" und daher kennst du mittlerweile wohl einfach schon zu viel in die richtung. auch aussagen wie "Die Figur übt daher auch keine richtige Faszination aus, ist nicht einmal besonders verstörend" werden dadurch relativiert - es gibt mittlerweile schon so viele gestörte und verstörende charaktere, gerade in horrorfilmen, psychothrillern, actionfilmen oder krimis als "bösewicht", dass es gut möglich ist, dass dir bateman recht harmlos vorkommt. ist er aber nicht. es gibt im film mehrere völlig geistesgestörte szenen, und selbst wenn keine gewalt angewendet wird, ist bateman ein guter creep, was man auch deutlich merkt (gesichtsmaske, musik, sex, generelles rhetorisches verhalten etc.). zudem gibt es viele extrem denkwürdige momente im film, wie zum beispiel die visitenkarten- oder die beilszene, welche die aktuelle "popkultur" nachweislich nachhaltig geprägt haben. aka es gibt t-shirts davon, poster, wandtattoos, massenhaft zitate, usw. - selbst vor abschlussarbeiten schrecken die leute nicht zurück, in denen auch das original (die buchvorlage) mit einbezogen wird.
      achja und deine vielen batman-vergleiche/referenzen hättest du ohne einen von bale gespielten batman (in den jahren 2005/08/12) gar nicht bringen können ;D jene fallen daher komplett raus.
      nunja, schade anyway, aber ich denke der empfehlende ist hier bitte ebenfalls nicht zu blamen )

      ps/tl;dr von elephanttalk:
      "konntest du dem genialen wahnsinn des protagonisten nichts abgewinnen?
      so viele gute szenen, einige lacher, eine von bales besten rollen imo; lässt dich total kalt?"

      :D

      MfG

      "You wanted life
      - I showed you love."
      Seraphs Post-Hardcore/Emo/Screamo/Metalcore/Deathcore - Thread (Hell YELL!)
      ---

      Boo^ schrieb:

      Seraph. Connecting people.
    • Chihiros Reise ins Zauberland (Spirited away)

      Mit Barbara getroffen, noch ein französisch-deutscher Freund anwesend, welcher in den Genuss seines ersten Studio Ghibli-Filmes kam.
      War mein dritter, Prinzessin Mononoke letztens mit elephantTalk gesehen, vorher Wie der Wind sich hebt, der mich schon in ein dreißigminütiges Dauergrinsen versetzt hat.

      Der Film war wieder sehr gut gezeichnet, fantastische Welt die ein Unikat darstellt, sehr random, viele Dinge die ich auf Schicksal schieben würde und ganzzeitig herzerweichend.

      Schon in den ersten Minuten wird eine holprige Autofahrt über einen steinigen Weg als abenteuerlicher Ritt inszeniert, obwohl es eigentlich so simpel ist. Oft hat der Film Momente, die sehr zart erscheinen aber doch tief ins Herz gehen. Als gebürtiger Gutmensch fühlt man sich mit dem Hauptcharakter natürlich außerordentlich wohl, wird wieder zum Kind und schaut gebannt der unvorhersehbaren Geschichte dabei zu, wie sie sich entfaltet.
      Dabei raunt man Chihiro gedanklich einen unglaublichen Mut zu, hofft dass alles gut geht fühlt sich aber niemals unwohl, da man von der Güte der Menschheit überzeugt ist.

      Wer diesen Film fühlen kann, der fühlt eine unglaubliche Liebe zum Menschen an sich, zum Kind in sich, zum Leben.

      Einfach mal rausfinden, ob man Ghiblifilme mag.

      Wunderschön.

      9/10

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von twoplay ()

      Current Mantra:
      Wenn ich einen Bandscheibenvorfall habe, bin ich bei der Arbeit, wenn ich 40 Grad Fieber habe, bin ich bei der Arbeit, wenn meine Frau mit mir Krach macht und mich die Nacht nicht schlafen lässt, bin ich bei der Arbeit.
    • Seraph schrieb:

      Spoiler anzeigen
      ich glaube es ist möglich dass du ihn besser gefunden hättest, wenn du ihn eher gesehen hättest. der film ist mit der vorgetragenen thematik in der tat einfach schon (verzeiht mir) "steinalt" und daher kennst du mittlerweile wohl einfach schon zu viel in die richtung. auch aussagen wie "Die Figur übt daher auch keine richtige Faszination aus, ist nicht einmal besonders verstörend" werden dadurch relativiert - es gibt mittlerweile schon so viele gestörte und verstörende charaktere, gerade in horrorfilmen, psychothrillern, actionfilmen oder krimis als "bösewicht", dass es gut möglich ist, dass dir bateman recht harmlos vorkommt. ist er aber nicht. es gibt im film mehrere völlig geistesgestörte szenen, und selbst wenn keine gewalt angewendet wird, ist bateman ein guter creep, was man auch deutlich merkt (gesichtsmaske, musik, sex, generelles rhetorisches verhalten etc.). zudem gibt es viele extrem denkwürdige momente im film, wie zum beispiel die visitenkarten- oder die beilszene, welche die aktuelle "popkultur" nachweislich nachhaltig geprägt haben. aka es gibt t-shirts davon, poster, wandtattoos, massenhaft zitate, usw. - selbst vor abschlussarbeiten schrecken die leute nicht zurück, in denen auch das original (die buchvorlage) mit einbezogen wird.
      achja und deine vielen batman-vergleiche/referenzen hättest du ohne einen von bale gespielten batman (in den jahren 2005/08/12) gar nicht bringen können ;D jene fallen daher komplett raus.
      nunja, schade anyway, aber ich denke der empfehlende ist hier bitte ebenfalls nicht zu blamen )

      ps/tl;dr von elephanttalk:
      "konntest du dem genialen wahnsinn des protagonisten nichts abgewinnen?
      so viele gute szenen, einige lacher, eine von bales besten rollen imo; lässt dich total kalt?"
      :D

      MfG


      Kann gut sein. Hängt ja immer von den bereits gesehenen Filmen, der Erwartungshaltung, der derzeitigen Stimmung und was weiß ich noch für Faktoren ab. Muss aber auch sagen dass ich nicht besonders horror affin bin. Da kann ich die Filme an einer Hand abzählen. Wenn man sich schon die erste Szene anschaut merkt man schnell dass die Figur Bateman nicht für sich steht sondern Objekt für Satire und Kritik ist. Er hat wenig menschliches und das ist vielleicht auch der Grund warum es mich "ziemlich kalt gelassen" hat. Ich hoffe das ist verständlich ausgedrückt. Vielleicht lese ich irgendwann mal das Buch, kann sein dass mich das mehr catched. Und natürlich ist hier niemand zu blamen, sonst braucht man ja nicht mitmachen.. und ein Diskurs ist doch sowieso viel spannender. Von daher danke für den reply :) Davon abgesehen war der Film sowieso schon ewig auf der watchlist (nur dass die leider viel zu lang ist).
    • Oldboy (2003)

      Oldboy ist ein Psycho-Rachethriller, in dem ein Oh Daesu nach 15 Jahren Isolierhaft bei Kriminellen entlassen wird und rausfinden will, wer ihm das warum angetan hat.

      Majorspoiler
      Wie von dem anderen koreanischen Film, den ich kenne (Joint Security Area), fing der Film sehr langsam und verwirrend an, ohne erkennen zu geben, worauf das ganze hinaus laufen soll. Da ich JSA richtig feiere fand ich das nicht weiter schlimm, es wurde dann auch weniger langweilig komisch als eher "was passiert denn hier"-komisch, als er den lebenden Tintenfisch frisst, seine Tochter ihn mit nach Hause nimmt, ihm nach einer versuchten Vergewaltigung sagt, dass er sie erst rapen darf wenn sie da halbwegs drauf klar kommt (what the actual fuck?), die lächerliche Szene wo er mit Messer im Rücken noch 20 Typen verprügelt, naja.

      Was ich abgesehen von dem Tintenfisch echt unangenehm fand war die Gewalt in Gesichtern, sei es mit den Zähnen oder auch hinterher mit der Zunge, hab da wohl zuviel Fantasie für wie im Film ja auch erwähnt wird ("Die Menschen kriegen nur Angst, weil sie zuviel Fantasie haben"). Trotzdem oder vllt grade deshalb wurde ich dann iwann doch emotional "abgeholt" vom Film, ich glaube etwa ab der Knieszene, wo er sich langsam erinnert. Dass ein Plottwist kommt hatte ich so halb erwartet, war auch sehr gelungen und ist natürlich das, was den Film auszeichnet. Oh Daesus Wechselbad der Gefühle danach war es dann, was mich wirklich abgefuckt hat und wie gesagt das Zungenabschneiden.

      Die Schluss-Szene ist dann wieder random, hat er die Hypnosefrau jetzt gefunden oder nicht? Warum sitzen sie mitten im verschneiten Wald? Dass die beiden offenbar zusammen glücklich werden können oder werden gerät dabei für mich total in den Hintergrund.

      Was mich während des Films nicht gestört hat, mir jetzt aber schon extrem auffällt sind diverse Logikfehler in dem Film. Wie kann der Entführer sicher sein, dass alle Hypnosetrigger eintreten? Wie kann er wissen, dass Oh Daesu genau in die Sushibar geht? Kann man sich wirklich jedes mögliche Fachwissen und v.a. die krassesten Streetfight-Fähigkeiten durchs Fernsehen aneignen? Wie kann man jemandem glauben, dass er einen Abschaltknopf für den Herzschrittmacher hat, warum nimmt er ihm den nicht einfach ab, um ihn dann zu foltern? Wieso kauft sein Bruder ihm instantan ab dass er "15 Jahre irgendwo eingesperrt war" (hab meine Frau nicht gekillt wurden alle verarscht xD), was wäre passiert wenn Oh Daesu probiert hätte, in Schweden nach seiner Tochter zu fragen, war der Selbstmörder absichtlich am Anfang auf dem Dach, was wäre wenn einer der beiden nicht "ultraanfällig für Hypnose" ist, wie findet man das überhaupt heraus, dass sie das sind. Und vor allem, wie kann es überhaupt "planbar" sein, wieviel Bullshit Oh Daesu abziehen kann ohne dass seine hypnotisierte Tochter aufhört, in ihn "verliebt zu sein". Warum ist es eine erfüllende Rache für den Entführer, Oh Daesu auch in eine Inzestliebe zu forcen, er hat doch nur allgemein getratscht, dass sie mit irgendwem geschlafen hat und wusste afaik nichtmal, dass sie Geschwister sind.
      Selbst wenn man einige davon abtut und sagt "ist ja nur ein Film", wirkt die angebliche Durchgeplantheit auf mich einfach nur lächerlich.

      Ich finde das Bild, das hier von Verliebtheit gezeichnet wird, merkwürdig, besteht zur Hälfte aus der Tochter die mit großen, tränenden Animeaugen "Oh Daesu" sagt/ruft/schluchzt und zur anderen Hälfte aus ner Mischung aus Vergewaltigung und Sex, kann mich auch mit dem Frauenbild allgemein nicht so anfreunden.

      TripperK schrieb:

      Bighead schrieb:

      Ich kann so Rachekram aber auch nie nachvollziehen und deshalb nie Genugtuung am Ende verspüren, weshalb der letzte Kampf schon fast albern brutal auf mich wirkte.
      Wie gefällt dir Old Boy?
      Rache ist hier zwar erstmal der Motivator von beiden Hauptakteuren, doch ist hier ja Oh Daesu der, der unter der Rache eines anderen zu leiden hat. Entsprechend zeigt der Film, wie sinnlos und dumm Rache ist, hat den Entführer nur selbst in den Selbstmord getrieben nach der Genugtuung.


      Bighead schrieb:

      Oldboy ist ja so ein abgefuckter Film holy shit, objektiv natürlich gut, aber 2 Nummern zu hart für mich, dagegen ist Requiem for a Dream ja Balsam für die Seele. Review kommt dann wenn ich mich gefasst habe.
      Hab das so 5 Minuten nach Filmende geschrieben und war deshalb noch ziemlich davon eingenommen, finde ihn immer noch hart und gehört wie Requiem for a Dream und Revenant zu den Filmen, die ich nicht nochmal schauen werde. Ich verstehe die "xD"-Reaktionen aber nicht, schaue ich zu selten abfuckende Korea-Kunstfilme oder habe ich mich zu sehr in den Film investiert?


      Ein Lob will ich noch an die wiederkehrenden Motive und Sprüche geben, gefällt mir eigentlich immer bei Filmen und wurde hier schön umgesetzt. Auch ansonsten ist der Film handwerklich ganz cool und macht viel richtig, auch wenn meine


      Was bleibt ist ein mitreißender wenngleich vollkommen unlogischer Film mit großartigem Soundtrack und guten Schauspielern. Bewerten fällt mir schwer, da ich ihn nur vorsichtig empfehlen würde, tendiere ich um die 6/10.