Tee Thread

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    • TeaDB schrieb:

      Free Shipping Ain’t Free…
      When a vendor is setting their prices and shipping policies, they need to make sure they earn money.. When they offer free shipping, the item cost as well as shipping cost are always worked into the pricing. The same applies for “buy $X amount and get free shipping”. Assuming the vendor isn’t clueless, they will figure out how much they want to make and apply that to the minimum case (i.e. spending exactly $100).

      This means for vendors that offer free shipping on all items, the % markup will nearly always be higher per item.. It also means that the markup becomes disproportionately higher for large orders. This can really be highlighted when put against a vendor that offers lower item prices but higher shipping. Individual item free shipping is often not a very good idea, but it becomes an increasingly terrible idea as the order gets big.
      Habe aber natürlich während einer free Shipping Aktion vor ein paar Wochen bestellt. :grinking:
    • Der @fun_with_gamen war so nett und hat mir ein Westpaket mit verschiedenen Tees geschickt. Nachdem es ein paar Schwierigkeiten mit der Post gab, habe ich es heute endlich abholen können und natürlich auch direkt ausgepackt. Darin gefunden habe ich vier würfelförmige Kartons mit verschiedenen Abbildungen drauf, eine Metalldose mit Schriftzeichen und zwei gut verpackte Kügelchen. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann weiß Gamen auch nicht so recht worum es sich da im Detail handelt. Falls also jemand die Schrift lesen kann oder anderweitig etwas erkennt, dann würde ich mich über aufklärende Kommentare freuen.



      Probiert habe ich dann direkt eine der beiden Kugeln. Meinen Vermutungen entsprechend handelte es sich dabei um eine getrocknete Chenpi Mandarine, die mit nachfermentiertem Tee gefüllt wurde (wahrscheinlich ein Shou Pu'er).



      Mit einem Gewicht von knapp über 10g eignet sich so eine Mandarine gut für eine einzelne Session. Ich habe sie also direkt am Stück in meinem Gaiwan aufgegossen ohne sie vorher zu zerteilen. Da der Tee so anfangs noch sehr komprimiert und außerdem noch fast vollständig von der Schale umschlossen ist, habe ich einen relativ langen ersten Waschaufguss gemacht. Das Wasser ist dabei zunächst fast komplett klar geblieben (linkes Bild), erst beim Ausgießen haben sich dunkle Schlieren gebildet. Nachdem die Mandarine aber einmal eingeweicht war, sah der erste Trinkaufguß (rechts) dann deutlich mehr nach Tee aus. Ab hier habe ich einfach etwa die Ziehparameter genommen die ich normalerweise von Pu'er gewohnt bin: kochendes Wasser und anfangs Ziehzeiten von nur wenigen Sekunden, die in den späteren Aufgüssen aber immer länger werden.



      Das feuchte Teeblatt hat die gewohnt erdig modrigen Basisnoten eines typischen Shous, dominiert wird es jedoch vom Geruch der Mandarine. Diese ist aber nicht frisch und spritzig, sondern eher herb würzig. Erinnert mich eher an einen Kräuteraufguss und altes Leder als an den typisch süßen Geschmack von Mandarinen. Im Hintergrund tauchen dann aber auch definitiv leicht fruchtige Orangenaromen auf, jedoch ohne die übliche Zitrusfrische.



      Die ersten zwei bis drei Aufgüsse sind farblich noch eher leicht und haben einen deutlichen Rotstich (links). Der Tee hat hier sein volles Potential noch nicht erreicht und ist noch etwas dünn, während die Mandarine vordergründig fruchtige Aromen abgibt. In späteren Aufgüssen (rechts) öffnet sich die Schale dann langsam, die Teeblätter entfalten sich und die Aufgussfarbe geht fast ins Schwarze über. Der Tee schmeckt jetzt nach klassischem Shou gemischt mit den Noten der Mandarine, die mittlweile eher ins medizinisch kräuterige übergeht und nicht mehr so fruchtig ist.



      Ich habe nicht genau mitgezählt, aber nach acht bis zehn Aufgüssen geht dem Tee dann langsam die Puste aus. Selbst bei Ziehzeiten von über einer Minute bleibt die Aufgussfarbe ein helles Orange, der Tee wird merkbar dünner und die Mandarine ist fast gar nicht mehr herb sondern sehr eindimensional fruchtig. Jetzt erinnert der Tee mich sehr an Eistee mit Orangenscheiben, nur eben heiß und etwas erdiger als der typische Schwarztee. Ich habe hier noch zwei oder drei gute Aufgüsse herausbekommen und die Session dann beendet. Insgesamt finde ich die Kombination von Heicha und getrockneter Mandarine sehr lecker. Die Fruchtaromen geben eine gelungene Ergänzung zu den dunklen Geschmacksoten vom Tee und die medizinisch herben Noten haben mir gut gefallen, könnten für den ein oder anderen aber vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig sein.

      Vielen Dank nochmal an Gamen für das nette Geschenk. Wenn ich die anderen Tees probiert habe werde ich dazu natürlich auch noch was schreiben. <3

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      Beitrag von blutgarten ()

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    • Hab meinem Bruder zu Weihnachten Grünen Tee, welcher über kochender Milch aromatisiert wird, geschenkt
      ~24€ pro 100 Gramm, hat sich gefreut wie sonst was und hat direkt welchen zubereitet.
      Schmeckt etwas wie Ostfriesen-Tee mit Milch ohne aber das bittere/herbe. War sehr sanft im Geschmack und man hat wirklich lange einen sehr sanftes "cremiges" Milch Aroma im Mund gehabt :love:

      Bin totaler Tee Noob, aber bin dadurch irgendwie auf den Geschmack gekommen.
    • Sicher dass es Grüntee ist und kein Oolong @Blutt? Ist der so in Kugeln gerollt?

      Wenn ja, dann kann ich dir empfehlen dich mal nach Jin Xuan Oolongs umzuschauen. Die haben auf natürliche Art ein milchiges Aroma. Find auch dass die sehr lecker sind, war auch einer der ersten Tees die ich richtig nice fand.

      Spoiler anzeigen
      Das mit dem Aromatisieren über Milch ist aber (meistens) Quatsch. Entweder der Tee ist von alleine schon milchig oder es werden künstliche Aromastoffe zugegeben. Falls die Zutaten deklariert sind sollte man es da erkennen können.
    • Oolong ist es! Sorry, hab mich da vertan gehabt.
      Ich hab keinerlei Ahnung von Tee und habe da dem Verkäufer vertraut :D


      €dit: Ohne den gesamten Thread gelesen zu haben, habt ihr Empfehlungen die man sich als "Einsteiger" mal holen könnte?
    • Kommt aufs Budget an. ^^

      Als Einstieg kann ich den Tee Kontor Kiel empfehlen, da bestelle ich selber ab und an. Die haben eine gute Auswahl an Darjeelings und Grüntees aus Japan und das Angebot aus China wird auch immer besser. Würde empfehlen erstmal die großen Sorten und Anbaugebiete durchzuprobieren. Je nach dem wie viel Geld du ausgeben willst gibts da schon viele Möglichkeiten. Bei vielen Tees gibts auch die Möglichkeit Probegrößen zu kaufen.

      Bei Grüntee würde ich mit Sencha anfangen. Den hier hatte ich letztens erst und fand ihn für den Preis sehr gut. Kannst aber ruhig auch andere Senchas ausprobieren. Gerade der Teekontor hat hier ne gute Auswahl, aber auch in anderen Shops gibts nicht so viele Nieten.

      Was Schwarztees angeht würde ich einen Darjeeling ausprobieren (da kenne ich mich nicht aus, daher keine konkrete Empfehlung) und einen chinesischen. Den Golden Bud haben wir auf Lan probiert und fanden ihn glaube alle sehr lecker. Ne günstigere Alternative wäre der hier.

      Bei Oolongs wirds schnell sehr teuer. Ich würde erst mal in Taiwan bleiben, da gibts schon für moderate Preise was ordentliches zu probieren. Oolongs gehen von sehr grün bis fast schwarz und haben außerdem noch variierende Röstgrade. Deshalb würde ich da ein paar verschiedene probieren. Der hier ist ein dunkler Vertreter den ich gut in Erinnerung habe und die Jin Xuan Milch-Oolongs sind üblicherweise eher auf der leichteren, grüneren Seite. Da haben sie einige im Sortiment, sowohl natürliche als auch aromatisierte. Die natürlichen sind aber wesentlich subtiler was die Milchnote angeht als die künstlich aromatisierten (nur damit du nicht mit der falschen Erwartungshalten rangehst).

      Wenn du immer noch nicht genug hast, dann würde ich noch jeweils einen chinesischen Grün- und Weißtee probieren. Hier aber nicht zu sehr im Preis nach unten gehen, da sinkt die Qualität imo recht schnell.

      Außerdem habe ich auf der vorherigen Seite einen ausführlichen Übersichtspost gemacht mit vielen Links, kannst da ja mal reinschauen. ;)

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    • Im Oktober hatte ich ja von @fun_with_gamen ein paar Teeproben bekommen, über die ich weiter oben schon mal was geschrieben hatte. Ich habe jetzt alle Tees durchprobiert und wollte mal noch ein abschließendes Fazit abgeben. Hier mal ein Blick in die kleinen Kartons:



      Darin befinden sich von links nach rechts: ein Shou Pu'er der wahrscheinlich aus einem Fladen abgebrochen wurde, ein Shou Pu'er in Brick-Form und dazu drei kleine Beutel Grüntee, ein loser Sheng Pu'er und als letztes ein Grüntee ohne Umverpackung. Bei genau diesem Grüntee hatte ich schon eine böse Vorahnung, denn er sah nicht mehr wirklich frisch aus und roch schon etwas muffig. Wenn Grüntee nicht luftdicht gelagert wird, dann verfällt er sehr schnell und ist dann nicht mehr trinkbar. Ich habe ihn mal kurz probiert, aber der war leider echt nicht mehr zu gebrauchen. Schade. :(



      Auf den Bildern sieht man den anderen Grüntee. Dieser kam in luftdichten Beuteln und war deshalb noch frisch. Man kann ihn sicher auch sehr gut im Gaiwan oder einer Kanne zubereiten, aber ich habe hier mal etwas anderes gemacht und ihn einfach direkt im Glas ziehen lassen. Dazu füllt man eine Portion Blätter in ein hohes Glas und gießt dieses mit etwa 80 Grad warmen Wasser auf. Jetzt wartet man bis sich die (meisten) Blätter zum Boden absetzen und trinkt dann von oben ab. Wenn noch ein paar Blätter oben schwimmen kann man versuchen diese mit Umrühren zum absenken zu bringen oder man trinkt einfach an ihnen vorbei. Ist das Glas fast leer, dann kann man Wasser nachfüllen, den Tee erneut ziehen lassen und dann weitertrinken. Das ist eine sehr unangestrengte Art Tee zu trinken, die außerdem auch noch optisch recht ansprechend ist. Geschmacklich ist der Tee sehr leicht und frisch. Er erinnert mich sehr an den Geruch von Schnittbohnen oder Tomatensträuchern, später wird er dann etwas süßer und geht mehr in Richtung Zuckererbsen. Sehr angenehm zum nebenbei trinken, im Sommer bekommt man damit bestimmt auch einen erfrischenden Kaltaufguss hin.



      Der Sheng Pu'er sieht so aus als hätte er schon ein paar Jahre auf dem Buckel, was in diesem Falle gut ist, da diese Sorte Tee mit dem Alter besser wird. Das Blatt ist schon sehr dunkel und mehr braun als grün und der Geruch ist erdig und "dunkel". Außerdem riecht er schon von weitem extrem rauchig, erinnert mich ein wenig an einen Factory Tuo Cha den ich vor ein paar Monaten mal hatte. Für solche Tees füllt man den Gaiwan oder die Kanne am besten etwa bis zu einem Drittel der Höhe mit Blättern, wäscht den Tee ruhig etwas länger und lässt ihn dann mit kochendem Wasser für nur wenige Sekunden ziehen. Die Trinkaufgüsse sind noch sehr hell, der Tee wird also noch nicht vollständig gealtert sein. Er ist sehr weich im Geschmack, ist aber erwartungsgemäß sehr erdig und vor allem rauchig. Das ist ein relativ polarisierendes Geschmacksprofil, ich mag es aber ganz gerne.



      Von den beiden Shous hat mir die Variante in Brick-Form besser gefallen. Der andere war zwar auch ganz okay, aber etwas zu staubig und unausgewogen. Auf den Bildern sieht man die schokoladentafelförmigen Abbrüche vom Brick-Tee. In einem der drei Stücke war hier noch das Label versteckt. Ein Blick darauf verrät, dass es sich um einen Tee der Menghai Tea Factory handelt, wo die Methode mit der Shou Pu'er hergestellt wird erfunden und perfektioniert wurde. Sie hat auch heute noch den Ruf den besten Shou zu produzieren und das würde ich mit meiner begrenzten Erfahrung hier auch so anerkennen. Ich habe immer ein einzelnes Stück in den Gaiwan gegeben, zwei mal gewaschen bis sich der Blattklumpen etwas öffnet und ihn dann wieder für anfangs nur wenige Sekunden mit kochend heißem Wasser aufgegossen. Der Geruch der nassen Blätter ist gewohnt erdig und modrig, die Trinkaufgüsse sind anfangs wegen der dicht gepressten Blätter noch eher hell und vergleichsweise leicht, werden später aber sehr dunkel (im Bild zu sehen). Das ist für mich der perfekte Tee für den Winter: geschmacklich sehr tief und wärmend, gleichzeitig aber super weich und abgerundet. Er erinnert mich ein wenig an altes Leder und ist außerdem leicht medizinisch herb (but in a good way). Sehr lecker.

      Außerdem gab es zu den Pappkartons noch eine runde Dose mit vakuumverpackten Oolong in Kugelform. Die Blätter sind etwas dunkler als die frischen Jade-Oolongs die ich kenne, aber sie sind noch erkennbar grün und zeigen keine starken Röstspuren. Die Aufgussfarbe ist eher hell, aber es ist schon eine leichte Einfärbung ins Bräunliche zu erkennen. Ich vermute daher mal, dass es sich um einen mittelstark oxidierten und leicht gerösteten Oolong handelt, vielleicht ein traditionell hergestellter Tie Guan Yin?



      Eine gute Faustregel für die Zubereitung von gerollten Oolongs ist es den Boden der Kanne oder des Gaiwans mit trockenen Blättern zu bedecken, diese kurz zu waschen damit sich die Kugeln leicht öffnen und ihn dann mit kochend heißem Wasser für anfangs etwa 20 Sekunden ziehen zu lassen. Ich trinke den Tee gerade nochmal während ich das hier schreibe. Die trockenen Blätter riechen wunderbar nussig, überdecken aber wegen der eher leichten Röstung nicht die typische Milchigkeit von hellen Oolongs. Nach dem Waschaufguss kommt verstärkt eine säuerliche Note durch und es riecht stärker nach Blattwerk. Ich kann es nicht genau auf den Punkt bringen, aber irgendwie erinnert es mich an den Geruch eines Laubwaldes bei herbstlichem Wetter. Man kann noch "das Grüne" der Blätter riechen, aber es ist nicht mehr so frisch und spritzig, sondern etwas gedämpft und verbindet sich mit dieser erdig warmen Nussigkeit. Geschmacklich ist der Tee sehr weich. In den ersten Aufgüssen trägt die Milchigkeit, während später die Röstnote stärker durchkommt und nach dem Trinken bleibt eine Cremigkeit im Mund zurück, die noch minutenlang anhält. Insgesamt gefällt mir der Tee richtig gut.

      Vielen Dank an Gamen für die schöne Auswahl. Sorry, dass es so lange gedauert hat bis ich mit allem durch war, aber ich wollte mir ein wenig Zeit damit lassen. Die Tees waren (bis auf den einen Grüntee) alle geschmacklich sehr interessant und es hat mir Spaß gemacht herauszufinden worum es sich überall im Detail handelt. Ich hoffe mal du kannst hiermit was anfangen. Falls du noch was von dem Menghai Pu'er oder dem Oolong da hast würde ich dir auf alle Fälle mal empfehlen die zu probieren. :)

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