Outrages Weltgeschehen-Thread

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    • Alex- wrote:

      [...] da ich ein freiheitsliebender Mensch bin und mein Schweigen nicht als Zustimmung für irgendetwas gedeutet werden soll. Halte es daher auch langfristig aus prinzipiellen Gründen für die bessere Entscheidung.
      Das ist das, was ich meine mit "nichts konkretes aussagen".

      Besonders im Angesicht der Realität, dass sehr viele Leute auf der Transplantationswarteliste sterben, finde ich diese ideologisch-nebligen Formulieren wie "mein Schweigen soll nicht als Zustimmung gedeutet werden" extrem fragwürdig. Was hat das für reale Auswirkungen, wenn dein Schweigen in diesem Fall als Zustimmung gedeutet wird? Und wenn du das nicht willst, kannst du immer noch dein Schweigen brechen und dich gegen eine Organspende entscheiden. Es wird hier keinem die Mündigkeit genommen, insofern ist das doch reine Prinzipienreiterei..?

      Und damit habe ich noch nicht mal meine eigene Ideologie reingebracht, ich verstehe nämlich eh nicht, wieso man an seinen toten Organen festhalten will, besonders wenn sie jemand anders das Leben retten können.

      shrodo wrote:

      Walnuss (die Echte) wrote:

      Behindert bitte nicht als Schimpfwort verwenden.
      Manche memes sind einfach nur noch nervig.
    • Einfach auf der "Gesundheits"karte verpflichtend ja oder nein eintragen lassen. Übergangszeit von 1-2 Jahren damit die Leute sich informieren können und gut ist. Also wenn der politische Wille da ist, an den Spenderzahlen relevant was zu ändern.
      There are 10 types of people - those who understand binary, and those who don't.
    • Wenn man jetzt fies polemisch ist könnte man sagen das durch keine Änderung = mehr Leute werden früher sterben = weniger Ungleichgewicht von jung zu alt in Deutschland.

      Menschlich ist diese Ansicht aber überhaupt nicht vertretbar, eigentlich müssten wir solche potentiellen Leben viel stärker schützen.
      Bin enttäuscht, das es da immer noch keine Changes gibt und wir weiter unsere Angehörigen an random Nierenversagen verlieren müssen, obwohl sie noch 10-20 Jahre länger machen würden (und vermutlich gute/schönere Lebensqualität haben) mit einer neuen.
    • alle die über muh freedoms rumkacken verteidigen eigentlich ihre komplexe, wir sind alle hier christlich geprägt, wo bleibt die Nächstenliebe?
      Das Recht auf körperliche Unversehrtheit über den Tod hinaus, ist doch wenn es darum geht ein anderes Leben zu retten nicht schützenswerter als dieses?! Alleine die Diskussion ist doch einfach erbärmlich, manchmal muss man eben zu seinem Glück gezwungen werden.
      Es ist und bleibt eine Farce, Tempolimit, fleischfreie Tage und auch Böllerverbot sind letzten Endes dazu gedacht Menschen zu beschützen, aber da kann ich die Debatte um persönliche Freiheit noch irgendwie nachvollziehen, wenn ich aber tot bin dürft ihr mich gerne zu Gelatine verarbeiten und an die Schweine verfüttern.
    • Die relevantesten Organe können afaik doch nur bei Hirntod gespendet werden und der ist so selten, dass auch die Änderung nicht die Welt bewegen wird.
      The verdict is not the end
      It is only the beginning
      Strong will shall keep spreading
    • Und wenn es nur einige hundert Leben oder weniger pro Jahr sind, es geht um Menschenleben (auch die der Angehörigen). Das sollte es wert sein imo.
      Die Idee von Walnuss finde ich gut, weiß gar nicht wieso das nicht darauf sondern auf nem Extra Ausweis zu finden ist. In Zukunft dann bestimmt eh in der elektronischen Patientenakte.
      Körperliche Unversehrtheit als Argument checke ich auch nicht, wenn ich sterbe bin ich doch alles andere als unversehrt, da hilft dann auch kein Prinzip mehr. Bei anderen Menschen, für die dieses Recht ebenfalls gilt, ist allerdings noch was zu machen, um die "Versehrung" zu minimieren. Also Raus mit die Viechers
      „Die meisten bekommen eine Meinung, wie man einen Schnupfen bekommt: durch Ansteckung.“
      Axel von Ambesser
    • Der relevante Punkt (hatte ich selbst lange nicht gecheckt und hat meine Einstellung zu nem Organspendeausweis grundlegend geändert) ist, dass die Ersthelfer an Ort und Stelle wissen müssen, ob du Spender bist oder nicht. Weil wenn ja halten die deinen Herzkreislauf auch über das normal vertretbare hinaus am laufen um die Organe am Leben zu halten. Wenn du aber keinen Spenderausweis hast, dürfen die das gar nicht, weil das halt gesetzlich verboten ist (weiß jetzt nicht die genaue Grundlage aber könnte mir Vorstellen um "unnötiges Leiden" zu unterbinden). Und da verlierst du dann, gerade im Straßenverkehr oder so, viele Spenderorgane, weil wenn dann 3h später die Angehörigen ihr OK geben könnten, sind die Organe schon pfutsch. Ich find n zusätzlichen Ausweis mit rumzuschleppen maximal dumm. Aber ist im Moment das einzige was zuverlässig hilft.
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    • Bekommt ihr die nicht öfter per Post von eurer Krankenkasse?
      Hatte vor ein paar Wochen erst wieder einen im Briefkasten. Da meiner noch gut war hab ich den für die Nachbarn hingelegt und hoffe einer hat zugeschlagen wie der Hot Button :thumbup:

      Finde es aber nach wie vor befremdlich dass man eigentlich keinen Nachteil hat sollte man nicht selbst spenden wollen.
    • Walnuss (die Echte) wrote:

      Einfach auf der "Gesundheits"karte verpflichtend ja oder nein eintragen lassen. Übergangszeit von 1-2 Jahren damit die Leute sich informieren können und gut ist. Also wenn der politische Wille da ist, an den Spenderzahlen relevant was zu ändern.
      Was soll den eine "Gesundheitskarte" sein? Oder ist das etwas, das noch kommen soll?

      Apropo Dinge die kommen sollen, hier sehe ich das große Problem der Entscheidung: Wann soll das umgesetzt werden? Wie viel Mehrarbeit wird dabei produziert? Werden die Datenbanken, wenn es welche gibt, sicher sein? Hätte man einfach die "Zustimmungslösung" in die "Widerspruchslösung" abgeändert, wäre der komplette Bürokratische Aufwand weggeblieben. Man hätte ein Gesetz gemacht und fortan hätten jeder, der NICHT spenden will, eben einen Organspendeausweis dabei haben müssen, wo das kleine "Nein" angekreuzt ist.

      Dazu will ich noch kurz sagen, dass ich persönlich kein Fan der Widerspruchslösung bin, weil ich solche Lösungen allgemein nicht gut finde. Wir alle erinnern uns an "Per Anhalter durch die Galaxie", da hätte ja nur mal jemand Widerspruch einlegen müssen gegen die Sprengung der Erde, lag ja lange genug auf Alpha Centauri aus. So Lösungen gefallen mir persönlich allgemein nicht. Aber ich sehe trotzdem ein, dass es für die Gesellschaft vermutlich besser gewesen wäre.
      Das was jetzt beschlossen wurde, ist doch reine Wohlfühlpolitik. Die Politiker klopfen sich selbst auf die Schulter, dass sie was geändert haben. Aber in der Praxis verändert sich gar nichts und wir haben nicht mehr dringend benötigte Spenderorgane als zuvor. Übrigens betrifft dies nicht nur alte Menschen.


      Guten Morgen an muh, sleepy, proudbavarian, seren, incognito, zinnsoldat, qory, juff, sic, banez-, arrow^gunz, cloud, zenarius, Tobi und den rest des DS-Stammtischs
    • Fast. Hi2u ist Beamter (oder?)
      "Nimm das Messer runter! Als ich ihre Stimme imitierte, war es 1 Jokus."
      - Johannes der Echte

      "Diesen Künstler feier ich extrem! Er spielt ein sehr unkonventionelles Banjo."
      - Fas
    • Ich möchte ausserdem anmerken, dass der Vergleich mit Per Anhalter durch die Galaxis hinkt, weil bei dem eben ja gerade der Witz war, dass man keine Möglichkeit hatte informiert zu werden. Meine Krankenkasse schickt mir aber zu jedem Furz einen Brief.
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    • Walnuss (die Echte) wrote:

      Der relevante Punkt (hatte ich selbst lange nicht gecheckt und hat meine Einstellung zu nem Organspendeausweis grundlegend geändert) ist, dass die Ersthelfer an Ort und Stelle wissen müssen, ob du Spender bist oder nicht. Weil wenn ja halten die deinen Herzkreislauf auch über das normal vertretbare hinaus am laufen um die Organe am Leben zu halten. Wenn du aber keinen Spenderausweis hast, dürfen die das gar nicht, weil das halt gesetzlich verboten ist (weiß jetzt nicht die genaue Grundlage aber könnte mir Vorstellen um "unnötiges Leiden" zu unterbinden). Und da verlierst du dann, gerade im Straßenverkehr oder so, viele Spenderorgane, weil wenn dann 3h später die Angehörigen ihr OK geben könnten, sind die Organe schon pfutsch. Ich find n zusätzlichen Ausweis mit rumzuschleppen maximal dumm. Aber ist im Moment das einzige was zuverlässig hilft.
      Bei aller Liebe, der Post ist Unfug. Der Laie, als Ersthelfer, has überhaupt nichts zu entscheiden und so wie du es hier formulierst, klingt es so als dürfte man Hilfeleistung wegen fehlendem Organspendeausweis unterlassen. Das ist und bleibt zum Glück eine Straftat in Deutschland. Und dass die Ersthilfe vor Ort etwas mit der versuchten Rettung der Opfer zu tun hat, ist so auch nicht richtig. Ich habe noch nie erlebt, dass vorm Drücken/Transport nach dem Organspendeausweis gefragt wird. Das ist was für die innerklinische Behandlung, da auch dort erst der Hirntod nach Ablauf von mindestens 12, in der Regel 72 Stunden zweifelsfrei festgestellt werden kann, in denen der Körper, sprich die Organe, natürlich künstlich weiterversorgt werden.

      Zum Thema selbst würde ich gerne @Alcibar sekundieren. Ich lebe und arbeite ja im Gesundheitssystems eines Landes, das Mitglied von Eurotransplant ist (wie auch Deutschland) und hier gilt die Widerspruchslösung. Das heißt, dass die Organe, die in Deutschland transplantiert werden, könnten auf genau diesem Weg "gewonnen" worden sein. Das ist einfach nur absurd.
      Ich denke auch, dass persönliche Gründe (Religion etc) gegen Organspende sprechen könnnen und finde das auch okay, solange die Möglichkeit besteht sich deutlich dagegen auszusprechen. Und ich bin auch der Meinung, dass jeder dem dieses Thema wichtig ist, dann auch widersprechen würde, sollte die Person Gründe dafür haben. Aber ich sehe genauso gut eine gefährliche Tendenz, sollte es Usus werden Schweigen als Zustimmung zu interpretieren (Schwarzmalerei diesdas). Und in diesem konkreten Fall, finde ich es gerechtfertigt, diese Lösung zu wählen.
      Wovon ich gar kein Fan bin ist eine "Bestrafung" der Nicht-Spender. Das ist mir zu technisch und schlicht inhuman in meinen Augen. Einen Club der Elitären aufbauen, die nur einander spenden können klingt für mich sehr dystopisch. Darüber hinaus glaube ich auch nicht, dass die Leute dermaßen opportunistisch sind. Und wer diesen Opportunismus an den Tag legt, kann dann ja noch den Extraschritt gehen und eine spenderabhängige Kontraindikation (gewisse Infetkionen etc) einfangen, sodass man selbst nicht spenden muss, aber einem gespendet werden kann. Ich halte das für ein ziemlich falsches Signal.
    • Ok, das heißt, dass es völlig egal ist, ob ich einen Organspendeausweis habe, wenn ich eine Patientenverfügung habe die das regelt bzw. meine Angehörigen wissen, wie meine Entscheidung lautet? Mir wurde halt genau mit diesem "Zeitmangel" Grund ins Gewissen geredet bzw. war das für mich der entscheidende Punkt so nen Ausweis mitzuführen. Was ich aus deiner Beschreibung höre, klingt für mich als wäre das unnötig, wenn ich meinen Willen anders ausgedrückt habe?

      Display Spoiler
      Mit Ersthelfer war jetzt natürlich nicht irgendjemand sondern eher Sanitäter oder halt der Notarzt der da nachkommt gemeint. Aber wenn das eh alles Blödsinn war, dann eh egal.
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    • Stefanovic wrote:

      ich war auch lange so am denken wie Alex, aber leider funktionieren Menschen so nicht. Wir brauchen guidance und Anleitung und das ist so ein typischer Fall von ewiggestriger Klientelpolitik
      Jo aber eher guidance von Papa und Mama und nicht von Papa Staat

      @(((luke))) : Sehe im Gegenteil eher große Probleme in der Zukunft, wenn man die Box "Schweigen = Zustimmung" erst einmal geöffnet hat. Und der Sinn von Prinzipien ist eben, dass man sich da grundsätzlich daran hält.

      The post was edited 1 time, last by Alex- ().

    • Alex- wrote:

      Stefanovic wrote:

      ich war auch lange so am denken wie Alex, aber leider funktionieren Menschen so nicht. Wir brauchen guidance und Anleitung und das ist so ein typischer Fall von ewiggestriger Klientelpolitik
      Jo aber eher guidance von Papa und Mama und nicht von Papa Staat
      Könnte rough werden, gibt ja bald nur noch polyamore LGBTQ+ "Familien" xD

      Damit haben wir dann hoffentlich die unvermeidbaren low effort Provokationen als Reaktion auf deinen Post abgehandelt. Mich würde nämlich statt der paar billigen Likes eine tatsächlich Elaborierung deines Standpunkts interessieren.
    • Alex- wrote:

      Stefanovic wrote:

      ich war auch lange so am denken wie Alex, aber leider funktionieren Menschen so nicht. Wir brauchen guidance und Anleitung und das ist so ein typischer Fall von ewiggestriger Klientelpolitik
      Jo aber eher guidance von Papa und Mama und nicht von Papa Staat
      und wo sind 2 individuen besser geeignet entscheidungen zu treffen als eine schwarmintelligenz?
      only a cat of a different coat
      Klang des Augenblicks:

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