US Midterm Elections 2018 - Bernie wählen... und sterben?

    • Alex- schrieb:

      @Grimm: Dass die "Reichen" die größten Entlastungen bekomme ist ja klar, weil sie auch die große Mehrheit der Steuern stemmen; sowohl prozentual als auch von der Summe her gesehen. Was die Kürzungen von Sozialleistungen angeht, drehen wir uns in einer Diskussion vermutlich im Kreis. Generell ist die finanzielle Abhängigkeit vom Staat aber aus demokratietheoretischer Sicht höchst problematisch. (Denke was den wirtschaftlichen Aspekt angeht, sind wir ohnehin ganz unterschiedlicher Meinung).
      Man könnte die Steuern, wie von THC bereits beschrieben, trotzdem so anpassen, dass den Niedrigverdienern ein größerer Teil als 0,3% des Ganzen übrig bleibt. Das sind im Schnitt Erleichterungen von 10$ (im Jahr)!
      Das mag ja nett sein, aber damit wird sich keiner die wegfallenden Leistungen finanzieren können.

      Sozialleistungen

      Ich glaub im Ziel sind wir uns einig, optimal wäre es natürlich wenn jeder für sich selbst sorgen könnte und niemand gezwungen ist, sein Geld für andere auszugeben, oder?

      Aber optimal wäre auch eine Welt ohne Krieg und Hunger, aber leider müssen wir halt schauen was realistische Lösungen sind.

      Aktuell sieht es halt so aus, dass diese Reform erstmal den Armen sehr viel wegnimmt und den Reichen sehr viel gibt. Damit habe ich ein Problem, weil die Armen ohne die benötigte Unterstützung halt gefickt sind, während die Reichen ohne das Mehr an Einkommen sehr gut weiterleben können.
      Ob das dann per Trickle-Down irgendwann zu den Armen zurückfließt halte ich persönlich für unwahrscheinlich.

    • SagaN9ne schrieb:

      @Alex- es scheint mir, als seien nordkorea und venezuela in diesem travel ban komplett willkürlich als rhetorisches mittel miteinbezogen worden, um von einem möglichen 'muslim ban' abzulenken. in anbetracht der tatsache, dass der potus wirklich offensichtlich islamfeindlich ist, bestätigen solche ausnahmen eher die regel. er hat ja schon genug schelte kassiert für seine travelban-politik der letzten monate, und hat wohl per würfelwurf zwei weitere länder dazugenommen, damit man die medien flamen kann, sie sprächen ja von muslim ban?
      Der offensichtliche islamfeindliche Potus.
      Nordkorea- und Venezuelaban gewürfelt.

      Deine Agenda hier ist klar.
      Amtierender DotaLAN-Beer Pong-Champion 2017

    • Grimm schrieb:

      Ob das dann per Trickle-Down irgendwann zu den Armen zurückfließt halte ich persönlich für unwahrscheinlich.
      Wenn selbst die maßgeblichen Entscheidungsträger das nicht nur für unwahrscheinlich halten, sondern geradeheraus sagen, dass die zusätzlich generierten Gewinne vor allem zum Rückkauf eigener Aktien genutzt werden und somit direkt an die Shareholder fließen, können wir auch langsam aufhören uns was vorzumachen und zur Sache kommen.
      1. 99% der Bürger werden keinerlei Nutzen aus der Steuerreform ziehen. Im Gegenteil, sie werden unter den Cuts für Sozialleistungen, Medicaid usw. unfassbar zu leiden haben. Bonuspunkte gibts für die aberwitzige Steuererhöhung für Doktoranden sowie random Rechte für Ölbohrungen in Alaska.
      2. Die Steuerreform ist vollkommen offensichtlich einzig und allein ein Geschenk an die reichen Parteispender.
      3. Der nächste (demokratische) Präsident wird wie Obama nach den Steuerreformen unter Bush in den frühen 2000ern das klaffende Loch im Haushalt stopfen und dazu wahrscheinlich Steuersenkungen rückgängig machen oder sogar Steuern erhöhen müssen. Das alles nehmen die Republikaner natürlich billigend in Kauf, denn dann können sie denjenigen für die Misere verantwortlich machen und an den Pranger stellen. Das Gedächtnis der amerikanischen Wähler dürfte das kürzeste der Welt sein, wie Trump tagtäglich eindrucksvoll unter Beweis stellt.
      4. Dass durch die Reform gleichzeitig das Haushaltsdefizit steigt, zeigt einmal mehr, dass das oft beschworene Mantra der Republikaner "Fiscal Conservatism" nichts als heiße Luft ist. "Personal Responsibility"? "Family Values"? Two words: Roy Moore. Die heutige Republikanische Partei ist lediglich das willige Instrument einiger weniger Wohlhabender und hat ansonsten jegliche Existenzberechtigung verwirkt. Dank aufgehobener Fairnessdoktrin und in der letzten Dekade noch intensiviertem Tribalism sehen das leider 40-45% der Wahlberechtigten anders.
      5. Wenn die Demokraten 2018 nicht einen Erdrutschsieg einfahren oder der Supreme Court Gerrymandering für verfassungswidrig erklären sollte, sehe ich komplett schwarz für eine Erholung. Also jemals. Die Trump-Administration trifft dermaßen katastrophale und schwierig zu revidierende Entscheidungen, dass ohne eine 180° Wende in den nächsten 5-10 Jahren einiges irreversibel bleiben wird. Stichworte Erziehung, Klimawandel, Net Neutrality.
      Bin gerade zu faul für mehr Links, aber das alles ist bei weitem kein Geheimnis und entsprechend leicht nachzuschlagen.


      total control now.
    • hier ne wirkliche quelle zum travel ban. alex quelle interessiert sich mehr für irgendwelche fake news anstatt sich selbst ums informieren zu kümmern.
      BBC: Trump travel ban
      travel ban wird während des erweiterten rechtsstreit erst mal in kraft gesetzt. die gesetzlichkeit ist noch nicht geklärt, aber generell gilt:

      bbc schrieb:

      Monday's decision suggests America's top judicial body may ultimately rule in favour of the administration, say legal analysts.
      Nice Meme

    • Bin beeindruckt mit welcher Vehemenz hier jegliche potentielle positiven Entwicklungen auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt einfach beiseite gewischt werden mit Behauptungen wie "lol reiche Spender". Aber vermutlich sind dann auch alle Ökonomen, die das ganze offen unterstützen, nur irgendwelche bösen republikanischen donors. cnbc.com/2017/11/29/137-econom…en-letter-commentary.html
      Wenn die Reform (die halt nicht mal irgendwie krass ist, die durchschnittlichen Unternehmenssteuern liegen in der westlichen Welt irgendwo bei 22,5%) es schafft die Löhne etwas nach oben zu treiben, weil es mehr Unternehmen gibt und damit die Konkurrenz um den Arbeiter größer wird bzw. die Produkte besser und danach weniger Menschen Sozialleistungen benötigen, war es das auf jeden Fall mehr als wert.

      Zu Saga sage ich mal nichts, soviel Ignoranz spricht für sich selbst am besten.
    • Aber hier wurde bisher doch kaum über die Company Taxes diskutiert, sondern größtenteils über die privaten, die ziemlich unausgeglichen sind?
      Also zumindest in meinen Posts.

      Und den Punkt mit den Niedriglöhnern, die auf die (beschnittenen) sozialen Leistungen angewiesen sind, ignorierst du komplett. Selbst wenn Löhne steigen sollten, dürfte die Gesamtlebensqualität dadurch sinken.

      Ich würde gerne verstehen, wie du da argumentieren willst, dass das etwas gutes ist. Oder ist das einfach Kollateralschaden mit dem man rechnen muss?

      e:

      Alex- schrieb:

      "lol reiche Spender"
      Komm, ein bisschen mehr wars schon. Denk mal drüber nach, wie einfach du das beiseite gewischt hast.
    • Ich könnte dir eventuell was ausführlicheres gegen Ende der Woche dazu schreiben. Muss jetzt erstmal dotasource schließen und ein paar Essays schreiben/Referate vorbereiten. Ich lasse dir fürs erste mal ein paar Videos von Onkel Ben da, werden ein paar gute Argumente genannt, mit denen ich prinzipiell übereinstimme.



    • In welcher Echokammer muss man eigentlich leben, dass die Schlagzeile "muslim ban" das Vertrauen in die Medien nachhaltig erschüttert, nur weil da jetzt auch Venezuela (xD) und Nordkorea (xDDDD) ebenfalls mit einem Einreisestopp belegt wurden?
      Da wurden halt noch zwei Länder von der sozialistischen Resterampe hinzugefügt, who cares lmao.

      Der travel ban ist ganz klar und für jeden ersichtlich gegen muslimische Länder gerichtet. Das mag jeder bewerten wie er will, aber das zu behaupten ist nicht nur nicht falsch, sondern richtig.

      Alex- schrieb:

      Dass die "Reichen" die größten Entlastungen bekomme ist ja klar, weil sie auch die große Mehrheit der Steuern stemmen; sowohl prozentual als auch von der Summe her gesehen. Was die Kürzungen von Sozialleistungen angeht, drehen wir uns in einer Diskussion vermutlich im Kreis. Generell ist die finanzielle Abhängigkeit vom Staat aber aus demokratietheoretischer Sicht höchst problematisch. (Denke was den wirtschaftlichen Aspekt angeht, sind wir ohnehin ganz unterschiedlicher Meinung).
      haha bitte was
      Die Topverdiener mögen ja mehr einzahlen in den Steuertopf (so prozentual und als Summe), aber sie haben auch weit weniger Nachteile durch die Steuerlast als Niedrigverdiener. Dazu kommen natürlich noch Einsparungen bei Sozialleistungen, von denen Reiche ohnehin nicht profitieren, sondern im Gegenteil finanzieren.
      Das ist Klientelpolitik, wie sie die FDP nicht besser hinbekommen würde. Und ich meine nicht das Klientel im Rust-Belt, die Trumps Mantra MAGA einfach so geschluckt haben in der Hoffnung, dass es ihnen wirtschaftlich und finanziell bald besser geht.
      Der Sumpf wurde kein Stück trocken gelegt, lieber werden alle kleinen Fortschritte der Obama-Administration zunichte gemacht und die Top% bekommt noch ihre Steuerentlastungen.

      Meinetwegen können die USA ihr Land an die Wand fahren, die EU muss nur schnell genug mündig werden im Gegenzug.
      zeit.de/politik/ausland/2017-1…abriel-usa-eu-deutschland

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    • Hier ist ne nette Übersicht btw, wie sich die Ausgaben und Einnahmen der Tax Reform so darstellen.

      @Alex-
      Hab mir die 2 Videos angeschaut, das erste ist halt "taxation is theft" & Charity Meme und er spricht von Moral, während er dafür argumentiert Armen Menschen ggf. lebensnotwendige Leistungen wegzunehmen.
      Im Bezug auf die US mag er Recht haben, in der Verfassung steht nichts von Healthcare und Rentenversicherung, aber da muss sich das Land halt klar werden, ob es ein Sozialstaat sein will, oder halt nicht. Ich gehe stark davon aus, dass eine Mehrheit für den Sozialstaat stimmen würde, kann aber mein persönlicher bias sein.
      (Die Aussage "lul, die wollten in ne Gewerkschaft also haben sie alle keinen Job mehr, was für Deppen" halte ich schon für etwas daneben)

      Das 2. Video ist ok, ich kann mir auch vorstellen, dass weniger Steuern Geschäfte vielleicht rentabler machen und auch größere Firmen wieder anlocken könnten. Dagegen spricht allerdings, wie z.B. von boo gepostet, dass es viele Firmen gibt, die diesen Gewinn einfach an shareholder weitergeben, ohne neue Jobs zu schaffen oder Löhne zu erhöhen.
      Allerdings müssten mMn unbedingt auch die entsprechenden Loopholes geschlossen werden, sodass diese Steuern auch tatsächlich gezahlt werden.

      Ich persönlich hab davon eher weniger Ahnung und halte mich deswegen auch mit Aussagen dazu zurück. Wenn 35% Steuern deutlich mehr sind, als vergleichbare Länder verlangen, dann ist eine Sekung vielleicht der richtige Weg. Falsch ist es halt mMn nur, wenn das durch Verminderung der Lebensqualität der ärmsten Bürger einhergeht.
    • watnuss schrieb:

      Die Unternehmen in den USA zahlen faktisch weniger Unternehmenssteuern als immer behauptet wird.. Random Google Suche: npr.org/2017/08/07/541797699/f…ate-tax-rate-in-the-world
      Davon war auszugehen, wenn Trump das behauptet hat.

      Wenn es selbst in den eigenen Bundesstaaten Steuerschlupfschlöcher ohne Ende gibt und u.a. das Silicon Valley diese kollektiv und massiv ausnutzt, dann kann da auch nichts dran sein, mögen die Steuern auf dem Papier auch noch so hoch sein.


      total control now.

    • Der Präsident ignorierte alle Warnungen, er werde den Friedensprozess um Jahrzehnte zurückwerfen und die Gefahr von Gewalt im Nahen Osten erhöhen.
      ...
      Es seien vor allem innenpolitische Motive, Wahlversprechen und das Ego des Präsidenten, die sich gegen fundierte außenpolitische Instinkte durchgesetzt hätten, sagte der ehemalige Vermittler im Nahen Osten, Aaron David Miller der Washington Post.
      ...
      Der Präsident löst mit der Ankündigung ein wichtiges Wahlversprechen an mächtige proisraelische Wahlkampfspender im eigenen Land ein. Dazu gehört der Kasino-Unternehmer Sheldon Adelson, der Trump mit 25 Millionen Dollar unterstützte.
      ...
      Auch die Millionen Evangelikalen im Land drängen seit Jahren darauf, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Sie verweisen auf die biblische Bedeutung der Heiligen Stadt. Der Einfluss der Evangelikalen auf die politische Rechte ist gewaltig. Im Wahlkampf hatte Trump auch deshalb versprochen, die Verbindungen zu Israel zu vertiefen und den Druck auf die Palästinenser zu erhöhen. So konnte er in den Vorwahlen zur US-Präsidentschaft auch religiöse Hardliner besiegen.
      ...
      Auch die Inkompetenz des US-Präsidenten und seines Umfeldes spielte eine Rolle. Nach dem Amtswechsel hatte er seinem Schwiegersohn Jared Kushner die Aufgabe übertragen, den Friedensprozess zwischen den zerstrittenen Lagern zu leiten. Viele Beobachter hatte der Schritt überrascht, weil der 36-Jährige über keinerlei außenpolitische Erfahrung verfügte.

      Die Zweifel an seiner Kompetenz im Nahostkonflikt konnte Kushner in den vergangenen Monaten nicht ausräumen. Er hatte noch in der vergangenen Woche beteuert, er arbeite an einem konkreten Vorschlag für ein Friedensangebot und werde diesen bald vorlegen. Details aber war der Schwiegersohn des Präsidenten schuldig geblieben. Immerhin habe man mal die Stimme des Israel-Beauftragten der Trump-Regierung gehört, unkte die New York Times angesichts der auffallend unauffälligen Arbeit von Kushner.
      ...
      An einem "großartigen Deal" für Israelis und Palästinenser halte man fest.
      ...
      "Es ist fast unmöglich, die Logik dahinter zu erkennen"
      zeit.de/politik/ausland/2017-1…schaft-jerusalem-tel-aviv
    • wenn keine Fortschritte zu erkennen sind lieber mal Öl ins Feuer gießen, vllt hilft es ja (und probiert hat es vorher auch noch niemand).

      Schön dass Trump mit seinem Elefant-im-Porzellanladen-Gehabe einen tatsächlich "greaten" Aspekt der USA, nämlich die global-Leader- und damit Vermittler-Position, so nachhaltig zu zerstören versucht. Wenigstens reduziert er damit selbst seinen Einfluss auf die Welt, wenn man sich jz nach anderen Staaten umschaut, die der Verantwortung eher gerecht werden.
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