Aufklärung - Wie geht gute Sexualkunde?

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    • Aufklärung - Wie geht gute Sexualkunde?

      Wer und was war in eure Aufklärung maßgeblich involviert? 51
      1.  
        Eltern (17) 33%
      2.  
        Andere Verwandtschaft (2) 4%
      3.  
        Freundeskreis (22) 43%
      4.  
        Schule (32) 63%
      5.  
        Beratungsstelle (pro familia oder andere) (2) 4%
      6.  
        Glaubensgemeinschaft (0) 0%
      7.  
        Internet (Aufklärungsseiten) (12) 24%
      8.  
        Internet (Pornografie) (31) 61%
      9.  
        Zeitschriften (Bravo und andere) (7) 14%
      10.  
        Aufklärungsbücher (8) 16%
      Hallo aufgeklärtes DotaSource,

      ich hatte erst überlegt, ob ich das Thema im Pädagogik Thread anspreche, da die SWR2 Diskussionsrunde, welche das ganze motiviert hat, hauptsächlich um die Schule kreist. Aber ich möchte das ganze doch etwas breiter aufstellen und nicht von vorneherein den Fokus auf Schule beschränken.

      Wir haben mittlerweile ausgebildete und angehende Pädagogen auf DotaSource, Eltern und werdende Eltern und wir haben nicht zuletzt alle unsere eigene Pubertät und Aufklärung, auf die eine oder andere Weise, hinter uns. Nun möchte ich folgende zwei Fragen in den Raum stellen:
      1. Wie war eure eigene Aufklärung? Hat sie überhaupt stattgefunden? Wer oder was war darin alles involviert? Gerne diese Punkte nach eigenem Ermessen in Members Only Spoiler packen und beim Zitieren darauf Rücksicht nehmen.
      2. Was haltet ihr für die richtige Vorgehensweise beziehungsweise die richtige Ansätze bei diesem Thema?


      An die Pädagogen in der Runde:
      1. Wurdet ihr während dem Studium (ausreichend) darauf vorbereitet?
      2. Wie wird an eurer Schule bzw. Einrichtung damit umgegangen?


      SWR2 Forum schrieb:

      Das aufgeklärte Klassenzimmer


      Wie geht gute Sexualkunde?

      Audio herunterladen (38,19 MB | mp3)

      Es diskutieren:
      Andreas Baur, Sexualpädagoge der Beratungsstelle ProFamilia, Heilbronn
      Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Berlin
      Prof. Dr. Elisabeth Tuider, Erziehungswissenschaftlerin, Universität Kassel
      Gesprächsleitung: Lukas Meyer-Blankenburg

    • swr2-forum-20180921-wie-geht-gute-sexualkunde.m



    • Staubtrockene Anatomie-Zeichnungen von Vagina und Penis, dazu ein peinlich berührter Biologie-Lehrer, der die Geschichte von der Biene und der Blume erzählt. So kam vor fünfzig Jahren die Sexualkunde auf die bundesweiten Lehrpläne. Vom verklemmten Umgang mit Sexualität im Klassenzimmer ist heute kaum noch etwas übrig - zumindest was die Inhalte betrifft. Im Unterricht geht es um ganz praktische Fragen: Wie verhüte ich richtig? Wie realistisch sind Pornos im Internet? Und ist Schwulsein okay? Doch gerade beim Thema "sexuelle Vielfalt" stößt die Offenheit nach wie vor an Grenzen - bei Eltern, aber auch bei Lehrern, die nicht möchten, dass Kinder in der Schule so früh mit unterschiedlichen Geschlechterrollen und Geschlechtsidentitäten konfrontiert werden. Wie weit darf Aufklärung in der Schule gehen? Wie muss Sexualkunde sein, um den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden? Und wann fängt sie am besten an - in der Kita, in der Grundschule oder doch erst später?

      In der Diskussionsrunde wird vieles angesprochen, was ich im ersten Moment gar nicht so sehr im Bezug auf Aufklärung im Sinn hatte:
      • Schon "auf dem Wickeltisch" kann die Aufklärung beginnen, indem man seinen Kindern richtige Begriff für Geschlechtsmerkmale beibringt. Nicht "da unten" oder "unten rum"
      • Aufklärung sollte, je nach Alter und Reife des Kindes, nicht nur Bienchen und Blümchen, sondern auch Bienchen mit Bienchen und Blümchen mit Blümchen umfassen
      • Entsprechend gehört dazu, dass es nicht nur um Sexualität, sondern auch um Liebe und Emotionen im Allgemeinen geht
      • In wie weit werden Geschlechtsidentitäten in die Aufklärung eingebracht?
      • Was wird bezüglich Sexualpraktiken erklärt? Themen wie Oral- und Analverkehr, Fetische, etc.
      • Wer bringt wie bei, dass Pornografie in der Regel nicht die Realität wiederspiegelt
      • In wie weit sprechen sich Eltern und andere (Schule, Beratungsstellen, Glaubensgemeinschaften) bei der Aufklärung ab? Wo gibt es Konflikte?
      • Und vieles mehr


      Ich fand es spannend zuzuhören, gerade in Anbetracht, dass in den nächsten Jahren vielleicht eigene Kindern anstehen. Aber wie machen das denn diejenigen von uns, welche bereits Eltern sind?
    • Grundschule 3. oder 4. Klasse, weiß nicht mehr genau. Ich weiß noch, dass ich scheinbar der einzige in der Klasse war, der das total langweilig fand. Andere Jungs haben in diesem Bilderbuch sogar Zuhause weiterlegesen, obwohl wir im Unterricht noch nicht so weit waren.

      Ich weiß nichts genaueres mehr darüber, außer dass ich in der Klassenarbeit meine einzige 4 meiner gesamten Grundschulkarriere geschrieben habe. Sachkunde war für mich aber schon immer super langweilig - ich weiß noch dass ich in Mülltrennung eine 3 hatte was für meine Verhältnisse damals schon extrem schlecht war.
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    • Mir hat ein Schulkollege im Alter von 6 oder 7 Jahren erzählt was Sex ist. Fand es glaub recht interessant aber man hat ja in dem Alter noch nicht so diesen Drive im Sack. "Shocking" war es arguably nicht, war auch nie groß der Osterhase/Weihnachtsmann believer, folglich fand ich die Geschichte mit dem Storch auch nicht ganz schlüssig.
      Später in etwa der 4ten Klasse wurde dann in der Schule obvl. über die Biologie dahinter getalkt. Afair war das damals schon interessant und hatte auch ne gute Note.
      Dann in der 6ten Klasse hatten wir auch nochmal Sexualkunde in dessen Rahmen wir zu "Pro Familia" sind. (Sidefact: Ein muslimischer Mitschüler durfte daran damals nicht teilnehmen) Jedenfalls konnten dort Jungs und Mädchen getrennt von einander mit jemandem in einem Sitzkreis einem "Experten" (anonym? und auch persönliche) Fragen stellen. Dabei kam dann sowas wie "hattest du schon mal 1 Blowjob?" etc. An einem Holzdildo wurde gezeigt wie man 1 Gummi anzieht. War arguably schon 1 valuable Event.
      Das war dann zeitlich auch schon kurz vor der puberty-porn-addiction-Phase. Rest ist history.


      ramius schrieb:

      Aufklärung sollte, je nach Alter und Reife des Kindes, nicht nur Bienchen und Blümchen, sondern auch Bienchen mit Bienchen und Blümchen mit Blümchen umfassen

      Entsprechend gehört dazu, dass es nicht nur um Sexualität, sondern auch um Liebe und Emotionen im Allgemeinen geht

      In wie weit werden Geschlechtsidentitäten in die Aufklärung eingebracht?

      Was wird bezüglich Sexualpraktiken erklärt? Themen wie Oral- und Analverkehr, Fetische, etc.
      Finde sowas gehört gar nicht in den Schulunterricht. Dort sollte man eher über die Biologie sprechen und über eventuelle Geschlechtskrankheiten und Verhütung.
      So ein Pro Familia Event das über dieses "Standardwissen" hinausgeht ist imo ne ganz gute Sache, da das wissen den Kindern dort nicht aufgezwungen wird, sondern sie selbst Fragen stellen können um das zu lernen was sie interessiert.

      Kurz vor oder am Anfang der Pubertät ist imo ein guter Zeitpunkt, der Rest kommt dann eh "von alleine".
      Dahinter, dass porn nicht echt ist, kommen die Kinder imo selbst. Verstehe gar nicht wo immer diese pauschalisierte Unterstellung her kommt, dass sie das nicht begreifen würden.

      Eltern müssen da imo keine so große Rolle spielen, bzw. können einen Teil der Aufklärung übernehmen, wenn sich herausstellen sollte, dass diese im Rahmen des Schulunterrichts unzureichend vermittelt wird. Den meisten Teens und Kindern ist es arguably unangenehm mit den Eltern über so etwas zu sprechen, da sollte man nichts forcieren.
    • Wurde von Eltern aufgeklärt, auch über homosexualität.
      Das ganze dann nochmal 3. 4. Klasse, wusste mensch aber schon.

      Finde Liebe, Sexualität und Geschlechtsidentität sollten viel mehr in der Schule behandelt werden, viele haben da ja bis viel später noch große Lücken und wissen nicht was mit Ihnen los ist. (internetjunkies ausgenommen)
      Gerade so Sachen wie Asexualität und Transidentität lernt mensch ja nicht unbedingt nebenbei kennen, einfach weil es nicht so verbreitet ist wie zb homosexualität.
      Aber gerade da erspart präpubertäre Aufkläung potenziell Unmengen an Leid und schaden tut es de facto niemandem.

      uwu
    • Ich hab' bei sowas mit meinen Eltern immer direkt zugemacht, weil ich "gelernt" (aka in irgendwelchen Filmen/Büchern/Geschichten mitbekommen) hatte, dass diese Gespräche peinlich/doof sind. Auch die klassischen Schulevents hab' ich nicht wirklich nutzen können, hatte einfach immer Angst, dass ich die falschen Fragen stelle und jemand sich über mich lustig macht. Aber das war beide schon die (ich nenne es mal) zweite Aufklärung.
      In der Grundschule (und der dazugehörigen Zeit) waren das für mich ja bloß random Informationen wie jede andere und ich hab's einfach aufgenommen. Wusste also, dass es Sex gibt und Frauen Kinder bekommen können usw..
      Später in meiner Gymnasialzeit gab es so ein Event nochmal, aber das war mehr auf das "Wie" als auf das "Was" ausgelegt und hier war ich dann komplett draußen. Wobei ich die Aufklärungsbücher (vor allem aus SIcht der Mädchen, weil die war ja wertvoller für mich) ein wenig später verschlungen hab'. Wurde hier auf jeden Fall nur indirekt aufgeklärt, was aber an den Umständen lag.
      Auf jeden Fall bin ich da immer noch unsicher (very), glaube auch nicht, dass irgendwas außer Erfahrung da wirklich hilft. Aber wenn mir das Thema weniger weit weg vorkäme, dann wäre es mir vllt. leichter gefallen, eben jene Erfahrung zu sammeln
    • In der 4. Klasse kam mal jemand externes an die Schule und hat so basic Sachen erzählt, was die Geschlechtsorgane sind, was sich in der Pubertät ändert etc. War eigentlich ganz nice.
      Dann gabs in gymnasium noch einmal im Bio Unterricht ne Stunde, in der man fragen auf nen Zettel schreiben konnte und der Lehrer hat sie dann erklärt. War auch ok.
      Irgendwelche Bücher oder so hab ich nie zu dem Thema gelesen.
      "I'd only suggest that you try to understand other people. Try to learn empathy"
    • Meine Mom ist Krankenschwester. Als ich gefragt habe, wurde ganz klar erläutert, was da abläuft. Homosexualität wurde von ihr als normal angesehen und war aufgrund von schwulen Verwandten auch Teil des aufwachsens.
      Somit blieben mir die üblichen Räubergeschichten unter Kindern weitestgehend erspart. Als dann in der Schule Sexualkunde anstand, konnten mir die auch nix neues erzählen.
      Hatte mit 12-15 Jahren ne extreme Phase, in der ich alles zum Thema gelesen habe. Sex ist in dem Alter das wichtigste überhaupt und alle reden darüber, aber keiner informiert sich mal wie es wirklich ist.
      Da damals eh noch nix gelaufen ist, wollte ich zumindest in der Theorie sattelfest sein.
      Verstehe bis Heute nicht, warum man sich nicht tiefer mit einem Thema auseinandersetzt, dass für Alle so unglaublich wichtig zu sein scheint.
      Hater prallen ab an der Karbonschicht wie der Regen.
      Mann, ich setz mich auf den Thron und geb ein Fick dabei auf Jeden.
      Und roll weiter auf Chrom bis sie dann nicht mehr mit mir reden.
      Keine Bitch und kein Stress zieht mich runter wie ein Dämon,
      Ich blend sie alle weg mit ultraviolettem Xenon.
    • War krasser Spätentwickler und hab den Schulsexualkundeunterricht daher immer sehr von außerhalb wahrgenommen, weil's mich ja sowieso nicht betroffen hat (mfg kissless Virgin bis ~21). Hab da deswegen auch wenig mitgenommen. So Theorie der Fortpflanzung war ich schon fit, hatte in dem Test ne 2, aber war halt völlig abstraktes Wissen. Für mich selbst war das eigentlich nur "da sollten Haare wachsen, tun sie aber nicht."

      Mein Vater ist studierter Biolehrer an ner Grundschule und war selbst wohl auch was später dran, der hat mir dann als es anfing mich zu interessieren einfach so'n Cartoon-Aufklärungsbuch (Die Hauptfigur war so ein grüner Vogel, der wissen wollte, wie das bei Menschen funktioniert? kA, war aber witzig) gegeben und meinte, wenn ich irgendwas wissen will, soll ich ihn einfach fragen. Fand das auch 0 awkward, aber ich hab auch ein extrem gutes Verhältnis zu meinem dad.

      Bin ja auch studierter Biolehrer und fand die Ausbildung zur Sexualerziehung...dürftig, aber kann das nachvollziehen.
      Für die Praxis cool war, dass wir informiert wurden, dass es da von relativ vielen externen Stellen brauchbares kostenloses Infomaterial gibt. Mein Favorit waren so "Aufklärungskits", für jeden Schüler ein Briefumschlag, mit 1. biologischen Infos, wie Kinder entstehen, eine Zusammenfassung zur Verhütung und ein Infoblatt, wohin man sich wenden kann, wenn man sich in irgendeiner Form nicht mit der hetero-cis-norm identifizieren kann.
      Wurde dann in der Ausbildung tatsächlich nicht groß weiter thematisiert, außer dass man den Unterricht so halten soll, wie man sich selbst wohl fühlt, ohne irgendwen zu diskriminieren und dabei authentisch zu bleiben.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rob ()

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      - Johannes der Echte

      "Diesen Künstler feier ich extrem! Er spielt ein sehr unkonventionelles Banjo."
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    • War damals in der hm 3. Klasse afaik, is ja auch schon eine Weile her.

      Hab dann damals bei uns zuhause mit meiner Schwester dieses Buch zufällig gefunden:



      War natürlich für uns damals total interessant und auch "komisch" irgendwie.
      Natürlich auch dann Freunden damals gezeigt und viel gekichert natürlich.

      Hat vieles auf kindgerechte Art und Weise erklärt und aufgezeigt.

      Habe dann Jahre später mal mit meiner Mutter gesprochen woher eigentlich das Buch war und wie es dahin kam.
      Sie hatte es natürlich absichtlich "liegen lassen" und dann aufkommende Fragen beantwortet, aber wollte, das wir uns erstmal
      selbst damit auseinandersetzen und es eben nicht dieses klassische "Aufklärungsgespräch" wird.

      Im Nachhinein gesehen war es eine super Alternative.

      Aufklärung in der Schule damals in der 9. Klasse oder 10. Klasse in Biologie bei einem eher senilen alten Herren - war nicht wirklich zielfördernd. Würde vermutlich heutzutage auch nicht mehr gehen, da die Jugend schon viel früher aktiv wird.

      Finde Eltern sollten hier schon gezielt Einfluss nehmen und es eben nicht dem Internet/Fernsehen überlassen, das einfach viele viele falsche Eindrücke vermitteln kann.

      Bonus aus dem Buch:

      greystar_ schrieb:

      dotasource ist wie eine große familie

      zugegebenermaßen

      eine ziemlich behinderte familie.
    • Kann mich tbh gar nicht an meine eigene Aufklärung erinnern. War irgendwas zwischen Schule und Freundeskreis, probably hat meine Mutter auch ein paar Fakten gedroppt. Werde aber nie vergessen, dass wir in der 9.Klasse das Thema nochmal behandelt hatten und unsere Biologielehrerin unfähig war einfache Wörter wie Penis und Vagina zu benutzen ohne zu stottern und rot anzulaufen. Das war schon ziemlicher cringe.
      Ich persönlich würde Sexualität und Liebe/Emotionen getrennt behandeln. Ersteres hat eine klare Faktenlage, die problemlos durch Schulen und andere Bildungsinstitutionen (pro familia, Bücher, Internet) übernommen werden kann. Da hilft es imo am Besten, wenn man einfach gerade hearaus sagt, was Phase ist.
      Liebe/Emotionen kann man schwer erklären oder begreiflich machen, zumal Leute in jedem Alter und jeder Lebenslage damit strugglen. Ich denke dahingehend ist der beste Ansatz einfach Toleranz zu predigen und vorzuleben und für Fragen eine offene Tür zu haben, sei es als Elternteil oder als Beratungsstelle, da es einfach kein generelles Alter gibt, in dem dahingehend Fragen/Probleme aufkommen.
      Ich denke Grenzen sollten klar gezogen werden, gerade in Zeiten von meToo etc. Darauf kann man definitiv ein Augenmerk legen. Homosexualität sollte behandelt werden, Fetische und Geschlechtsidentitäten je nach Zeitplan zumindest erwähnt werden, um den Horizont der Kinder/Teens zu erweitern und zu verdeutlichen, dass es in Bezug auf Sexualität (fast) alles okay ist.



      Cloud schrieb:

      Kurz vor oder am Anfang der Pubertät ist imo ein guter Zeitpunkt, der Rest kommt dann eh "von alleine".
      Dahinter, dass porn nicht echt ist, kommen die Kinder imo selbst. Verstehe gar nicht wo immer diese pauschalisierte Unterstellung her kommt, dass sie das nicht begreifen würden.
      ^Würde dem widersprechen. Ich denke, dass das zwar fast allen Leuten irgendwann bewusst wird, aber dies trotzdem einen negativen Effekt auf insbesondere Männer haben kann. Habe jetzt mal auf die Schnelle diese Studie gefunden, die eine geringere sexuelle und Beziehungszufriedenheit aufzeigt. Ich kann mir vorstellen, dass eine Darstellung von Pornografie als Kunstform in jungen Jahren so etwas zum Besseren beeinflussen kann.

      Greulich schrieb:

      Verstehe bis Heute nicht, warum man sich nicht tiefer mit einem Thema auseinandersetzt, dass für Alle so unglaublich wichtig zu sein scheint.
      Das Thema war lange ein Tabuthema und deshalb besteht eine allgemeine Unsicherheit sowohl mit dem Thema selbst als auch in der Ansprache dessen. Dazu kommt, dass es sehr intim ist und ältere Generationen mangels Aufklärung und jüngere auf Grund von "Sorge vor Unnormalität" vermutlich einfach Angst haben sich weiter damit zu beschäftigen. Ich hab schon Patienten jeder Altersgruppe gesehen, die es nicht geschafft haben zu sagen an welchem Körperteil sie Probleme haben. Da wurde dann "Ich hab Ausschlag da unten" gemurmelt, rot angelaufen und nicht mal spezifiziert, ob es um Penis, Hoden, Vagina oder After geht. Ich denke das ist noch einiges an Bedarf für Abbau von Verklemmtheit.

      mfg
    • l0sth0pe schrieb:

      Greulich schrieb:

      Verstehe bis Heute nicht, warum man sich nicht tiefer mit einem Thema auseinandersetzt, dass für Alle so unglaublich wichtig zu sein scheint.
      Das Thema war lange ein Tabuthema und deshalb besteht eine allgemeine Unsicherheit sowohl mit dem Thema selbst als auch in der Ansprache dessen. Dazu kommt, dass es sehr intim ist und ältere Generationen mangels Aufklärung und jüngere auf Grund von "Sorge vor Unnormalität" vermutlich einfach Angst haben sich weiter damit zu beschäftigen. Ich hab schon Patienten jeder Altersgruppe gesehen, die es nicht geschafft haben zu sagen an welchem Körperteil sie Probleme haben. Da wurde dann "Ich hab Ausschlag da unten" gemurmelt, rot angelaufen und nicht mal spezifiziert, ob es um Penis, Hoden, Vagina oder After geht. Ich denke das ist noch einiges an Bedarf für Abbau von Verklemmtheit.
      mfg
      Klar, das kann ich nachvollziehen.
      Es geht mir mehr um Menschen meines Alters. Und in einem Umfeld, bei dem über alles gelabert wird. Zum Beispiel Militärdienst oder so.
      Zu denken, das einem irgendwann der Sack platzt, wenn man nicht regelmässig die Schlange würgt und ähnliches. Gab ja immer Dr. Sommer und andere Aufklärer. Das man sich nicht mit Themen beschäftigt, die einen nicht interessieren kann ich nachvollziehen, aber Sex ist ja omnipräsent. Ich wollte halt immer verstehen, um was es dabei genau geht.
      Damit ich im Falle eines überraschenden Sexüberfalls auch gerüstet bin, oder was immer ich mir damals gedacht habe.
      Hater prallen ab an der Karbonschicht wie der Regen.
      Mann, ich setz mich auf den Thron und geb ein Fick dabei auf Jeden.
      Und roll weiter auf Chrom bis sie dann nicht mehr mit mir reden.
      Keine Bitch und kein Stress zieht mich runter wie ein Dämon,
      Ich blend sie alle weg mit ultraviolettem Xenon.
    • l0sth0pe schrieb:

      Da wurde dann "Ich hab Ausschlag da unten" gemurmelt, rot angelaufen und nicht mal spezifiziert, ob es um Penis, Hoden, Vagina oder After geht. Ich denke das ist noch einiges an Bedarf für Abbau von Verklemmtheit.
      Ich würde es nicht unbedingt Verklemmtheit nennen. So wie du die Situation schilderst, kommt es für mich eher vor, als sei das Scham. Wer weiß, wie der Ausschlag entstanden ist? Ungeschützter Vekehr? Dabei weiß man es doch besser, immer ein Gummi benutzen... Und es heißt ja nicht umsonst Intimbereich, da muss man nicht unbedingt direkt verurteilt werden, nur weil man sich nicht sicher genug fühlt etwas beim Namen anzusprechen. Gerade bei nem Arzt, den ich vielleicht 4 mal ihm Jahr sehe (Hausarzt) oder zum ersten mal da bin (Urologe aufgrund von Ausschlag) hätte ich wahrscheinlich auch Hemmungen frei heraus zu sprechen. Das hat natürlich auch etwas mit Aufklärung zu tun, aber man macht sich im Vorhinein ja nicht Gedanken, dass es für den Arzt völlig normal ist und er sowas 100 mal in der Woche sieht. In solchen Momenten liegt der Fokus eher auf einem selbst und welches Bild man abgibt und daher könnte das Verhalten rühren.

      tl,dr ich kann es nachvollziehen und halte es für Scham, die aus einem Fehlverhalten resultiert. Vielleicht liege ich aber auch völlig falsch^^
      „Wissenschaft ist wie Sex. Manchmal kommt etwas Sinnvolles dabei raus, das ist aber nicht der Grund, warum wir es tun.“

      Richard P. Feynman
    • ich kann mich nicht erinnern dass ich jemals diese Storch Story als Wahrheit verkauft bekommen habe. Wir haben von unseren Eltern sehr früh so ein Janosch Buch bekommen "Mutter sag, wer macht die Kinder". Das lag dann einfach irgendwo rum und wenn wir Bock bzw Interesse hatten konnten wir das lesen. Fand das ziemlich gut, weil man so die Awkwardness überspielt. Bin mir recht sicher dass das aber eher so mechanisch war für Kinder und das einzige, was vllt in den 50ern noch nicht en vogue war an das ich mich erinnern kann ist, dass auch Menschen manchmal wie Hunde Doggystyle Sex haben statt Missionary only.

      In der 7. oder 8. hatten wir Bio und damit auch Sexuakunde bei nem Kerl der auch unser Sportlehrer war, und der hat zwischendurch mal die Vorwürfe aus unserer Klasse bekommen den Mädels im Sport etwas zu freimütig Hilfestellung zu geben. Das hat sich dann zwar nie erhärtet weil die Mädels eher bisschen meckern wollten und es nie Grabschen sondern zB eher im Knie nachhelfen beim Aufschwung war. Aber trotzdem hat er danach dann jeden immer gefragt ob er helfen darf und das hat das ganze immer etwas unangenehm gemacht weil er da ja echt heftige Probleme hätte kriegen können wenn irgendjemand da noch empfindlicher gewesen wäre, ohne Belästigung kleinreden zu wollen.

      Anyway, das hat dann Sexualkunde richtig verpackt, weil keiner in der Klasse Vertrauen in den Lehrer hatte und das direkt aus einem sexuellen Grund. Für uns wäre da irgendne externe Person besser gewesen, aber allgemein ist Vertrauen wichtig damit das "hihihi Penis", das jeder ja verpflichtend in dem Alter von sich geben muss nicht permanent das vorhandene Interesse übermauert und Leute auch mal Fragen stellen können.

      Finde es spannend dass Identität, Emotionen und so weiter oben genannt wurden, die ja völlig damit verknüpft aber bei mir ausschließlich aus Lebenserfahrung und Gesprächen mit Freunden "gelernt" wurden. Glaub diese große Unsicherheit der Pubertät könnte viel besser abgemildert werden, wenn dir jemand sagt was da im Kopf abgehen kann und dass das alles normal und Teil des Lebens ist und man sich erstmal für nichts zu schämen braucht. Scham ist da bei mir wenigstens ein ziemlich großes Problem gewesen. Entsprechend halte ich es auch für ziemlich wichtig dass auch einige Sexualitäten, die nicht schon immer akzeptiert wurden, mal angesprochen werden, wenn schon cis-hetero-Penis-in-Vagina Sexualität für soviel Unsicherheit sorgt. Ist dann natürlich nur wichtig dass der Lehrer oder wer auch immer das gut macht und nicht "ololol dann reden wir jz mal über Schwule" mit einem dummen Grinsen im Gesicht.

      Wichtig wäre aber auch mal allgemein eine gesellschaftliche Akzeptanz, dass Leute nicht kaputt gemacht werden, wenn sie über non-binary Sexualität aufgeklärt werden, denn soweit ist Deutschland glaube ich nicht.
    • Bei mir war die Aufklärung insgesamt ziemlich schwach. In der Grundschule soweit ich mich erinnere gar nichts. Im Gymnasium anfangs, abgesehen von ein paar Fakten von der überforderten, schon etwas älteren Biologielehrerin in der 7. oder 8. Klasse, auch nichts. In der 9. Klasse gab es dann mal einen Ausflug zu pro familia, wo es wie von Cloud (und auch in der obigen Diskussionsrunde) beschrieben ablief: Mädchen und Jungs getrennt und Klartext geredet. Am Ende hat jeder noch einen Schlüsselanhänger bekommen: Eine aufschiebbare Plastikbox, welche Platz für ein verpacktes Kondom geboten und bereits eines enthalten hat. Da ich insgesamt aber ein ziemlich Spätzünder war, kam es zumindest zu keinen problematischen Situationen aufgrund mangelnden Wissens.

      Edit: Wobei Themen wie Liebe und Emotionen durchaus in Deutsch durch entsprechende Lektüre oder im evangelischen Religionsunterricht behandelt wurde. Lediglich die sexuelle Aufklärung blieb auf der Strecke.

      Rob schrieb:

      Bin ja auch studierter Biolehrer und fand die Ausbildung zur Sexualerziehung...dürftig, aber kann das nachvollziehen.
      Kleine Anekdote: Ausbildung zur Krankenpflegerin, 2. Lehrjahr. Schülerin hat einen Einsatz im Krankenhaus. Soll einen demenzkranken Mann waschen. Wie man jemanden wäscht, der es nicht mehr selbst kann, wurde in der Ausbildung erklärt. Wie man damit umgeht, dass der Demenzkranke eine Erektion bekommt und anfängt den Namen seiner verstorbenen Frau zu stöhnen, wurde einem nicht erklärt, nicht mal thematisch übertragbar angeschnitten (auch bis zum Abschluss der Ausbildung nicht).

      Bighead schrieb:

      Wichtig wäre aber auch mal allgemein eine gesellschaftliche Akzeptanz, dass Leute nicht kaputt gemacht werden, wenn sie über non-binary Sexualität aufgeklärt werden, denn soweit ist Deutschland glaube ich nicht.
      In der Diskussionsrunde wurde von dem Vertreter von pro familia auch angesprochen, dass es durchaus eine Häufung von Krankmeldungen an den Tagen oder in der Woche gibt, in welchen Aufklärung und beispielsweise ein Besuch bei pro familia anstehen. Das geht dann in der Regel von den Eltern aus, welche das nicht befürworten, oft aufgrund ihres Glaubens. @LerYy kannst du uns was dazu sagen, wie sexuelle Aufklärung im Islam stattfinden sollte?
    • Also ich muss sagen von den "Rahmenbedingungen" her haben wir durch die Schule relativ gut und viel mitbekommen, zumindest was alles "technische" angeht.

      Fing an in der Grundschule (4. Klasse) iirc hatten wir mal irgend nen Klassenausflug ins Hygienemuseum (?) oder so wo wir da so bisschen educated wurden und um Anschluss hat jeder ein kleines Heft bekommen. Afaik war es auch im Unterricht mal Thema im Voraus. Glaub bei Heimatkunde (Sachunterricht). Wobei es da erstmal mehr um Pubertät ging.
      In dem Heft standen dann so Sachen drin zur Pubertät und den Veränderungen und auch schon expliziter zu Sex (nur angedeutet). Auch Abbildungen von männlichen/weiblichen Genitalien, verschiedene Bilder mit nackten Jungs/Mädels (afaik gezeichnet) in verschiedenen Alters-/Entwicklungsstufen. Dann auch, was ist "Petting"/Sex usw.
      Sowie Basic Verhütung (Kondom/Pille/Spirale) afaik
      (Petting auch richtig komisches Wort was sonst außerhalb der Schule irgendwie nicht relevant war^^)

      Dann in der 6. oder 7. Klasse hatten wir explizit in Bio Sexualkunde ne Woche lang oder so. Auch grundlegendes Knowledge über Geschlechtskrankheiten (Tripper, Syphilis, HIV und co auch mit Abbildungen im Lehrbuch) + Verhütungsmethoden (u.a. auch wie man Kondome aufzieht). Erinnere mich auch noch gut an eine offene Fragenstunde. Unsere Biolehrerin (richtig gute Lehrerin) hat dann sehr souverän und ohne Tabuisierung so Fragen beantwortet. Beispielsweise hatte ne Klassenkameradin gefragt wie das denn ist wenn ein Mann mit einem steifen Penis sich auf den Bauch legt, weil sie an einem FKK Strand wohl mal einen nackten Mann auf dem Bauch leigen sehen hat und sich diese Frage gestellt hat - und wurde ganz casual beantwortet die Frage. (Also so randomfragen die man als 12yo so hat)
      In der 8. hatte die neue Biolehrerin dann angekündigt, dass wir irgendwann mal Kondome auf Holzpenisse aufziehen werden (alle haben sich drauf gefreut), ist aber nie passiert lul.
    • Persönliche Erfahrung:

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      @ramius

      Aus Islamischer Sicht werden jungs und Mädchen ab einem gewissen Alter voneinander getrennt. Dadurch entsteht schonmal nicht dieser Early Kontakt. Nähern sich die Kinder dann der Pubertät (Heiratsfähiges Alter) ist es Pflicht Ihnen das Wissen über die sexuellen Abläufe und den damit Verbunden Aufgaben/Regeln im Islam beizubringen. Denn bei uns ist der Geschlechtsverkehr mit seiner Frau/Mann eine der größten Gebetshandlungen im Islam. Da wir aber heutzutage in einer sehr pornographischen Gesellschaft leben kommt man teilweise sehr früh in den Kontakt mit dem Thema, was aber eigentlich nicht sein sollte, da dies noch nicht der richtige Zeitpunkt ist einen jungen Menschen damit zu konfrontieren. In den ersten Lebensjahren ist das Hauptziel den jungen Menschen einen guten Charakter (Ahlaq) zu entwickeln und einen guten Blick dafür zu geben, dass gute (Hak) vom schlechten (Batil) zu trennen.