Der Hip Hop-Thread - Hell YO!

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    • kobold schrieb:

      beim prezident scheint das die songs für sich sprechen lassen ja out zu sein
      kapiere jetzt auch nicht genau, was da phase ist

      habe prezi gefeiert weil er eine ziemlich interessante rap persona aufgebaut hat die mich textlich und thematisch auf ganzer linie überzeugt hat, aber was da jetzt kommt ist halt... wie soll man sagen
      der prezi den ich gefeiert habe hätte sich nicht damit aufgehalten auf albumlänge zu betonen dass ein richtiges leben im falschen nicht möglich ist, weiß man a) nicht seit gestern und b) kann man natürlich den heuchlerischen gutmenschen für ein größeres übel halten als den hrnshn der aber wenigstens ein ideologisch konsistenter hrnshn ist, aber dann braucht man sich auch nicht wundern dass leute auf das gesabbel dann auch keine lust haben oder es missverstehen

      whatever, entweder verstehe ich prezi einfach atm sehr falsch und er betreibt intellektuelles 4D-schach oder es ist tatsächlich so wie @roflgrins gesagt hat und er hat ein paar abende zu viel mit "jordan peterson OBLITERATES liberal snowflake!1" videos verbracht
      kann die gegenwärtige richtung jedenfalls nicht feiern
      I had a good run playing horses in my mind, on a hillside I remember I am loving losing life

      Sundry's Gameblog! - Letzter Post: Deus Ex: Human Revolution
    • also mir persönlich geht's bei meiner "kritik" nicht wirklich um den inhalt der musik oder die musik selbst, sondern wie er mit der rezension umgeht.

      in den folgenden absätzen geht's um meine persönliche deutung, fühlt euch frei mir zu widersprechen. außerdem geh ich nicht auf alles was in den neuen songs angesprochen wird ein, das ganze thema ist also noch lange nicht erschöpft. fühlt euch auch da frei mich zu ergänzen.
      inhaltlich ist was er macht schon irgendwie der logische nächste schritt. mit u.a. den tracks "menschenpyramiden" und "tag des zornes" hat prezident mit "kunst ist eine besitzergreifende geliebte" ein album prezentiert, welches gesellschaftskritik auf melancholische art übt. distanziert, aber nicht von oben herab beschaut er den zustand der welt. im großen und ganzen wird der betriebsblinde mensch an sich ja als der schuldige benannt, keine bestimmte gruppe innerhalb der menschheit.
      mit "limbus" sind dann die smartphone-gucker und sich-totsteller dran, die dann auch schon relativ giftig angegangen werden. gerade die geistige apathie und gesichtslosigkeit wird ihnen angekreidet.
      ja und jetzt? jetzt haben die limbus-bewohner wohl eine art bewusstsein über ihren zustand entwickelt. irgendwie ist das alles nicht ganz so geil was happening ist, aber das liegt nicht an den oben genannten eigenschaften von ihnen, sondern daran, dass es da ein gewisses konzept in der welt gibt, was sie ganz persönlich daran hindert etwas besseres aus ihrem leben oder dem leben an sich oder was auch immer zu machen. vielleicht gehts aber auch gar nicht darum, irgendwas besser zu machen. die konzepte können sich auch unterscheiden, je nachdem wen man fragt oder auch nicht fragen muss, weil er deswegen ja schon lautstark protestiert. die geistlosen haben ihre stimme im konsenz über die klischeehaften bösartigkeiten dieser welt gefunden.
      wobei in der zweiten strophe der zwei arten des gutseins nochmal ein ganz anderes fass aufgemacht wird, da geh ich aber nicht drauf ein etz.

      konzeptionell sind die tracks, die jetzt erschienen sind, aufgrund von ganz konkreten akteuren und themen die er benennt im gegensatz zu kiebg und limbus (ein stück weit) aber ja das klassische "die kunst startet einen diskurs zu einem konkreten thema". mit limbus saß man ja schon im warmen topf ein stück weit, jetzt fängt das wasser langsam an zu brodeln und der switch kam dann doch ein bisschen plötzlich. gerade weil er ja auch sachen anspricht, bei denen sich seine eigenen fans am kragen ziehen (siehe youtube-kommentare). vorher, melancholie und die schönheit des sterbens ging konnte man ja noch beruhigt wegen der mitschwingenden ironie genießen, das ist bei der vortragsweise jetzt schon deutlich schwieriger geworden. gerade dadurch, dass er sachen anspricht die ihn ganz und den hörer teilweise persönlich betreffen, also die interview-eskapaden und kritik von irgendwelchen journalisten, ist der diskurs aber ja schon ein stück weit vergiftet. man gerät da leicht in eine "mit mir oder gegen mich" mentalität (siehe tripperk in diesem thread^^).
      die krone des ganzen war dann aber meiner meinung nach, dass er sich nachher nochmal außerhalb seiner kunst noch zu einem kommentar verleiten lässt, der das ganze dann auch noch "erklären" soll. ich finde grundsätzlich, dass die aufgabe des künstlers erledigt ist, sobald sein werk vollendet ist (shoutout an barthes). im hörer wird die ganze sache dann transformiert, jeder kann damit dann machen was er möchte. der prezi muss die deutungshoheit aber unbedingt für sich beanspruchen und dem "dummen kritiker" mit einer albernen zeichnung erstmal sein werk erklären. lächerlich.

      naja, musikalisch gefällt mir die extrameile und der zweite part vom gutsein. kann der sache also trotzdem was abgewinnen.
    • Was soll er denn anderes machen? In erster Linie geht es um seinen Lebensunterhalt. Und wenn irgendwelche Magazine deren Autoren Prezi wissentlich verunglimpfen, schlägt sich das nunmal direkt auf den Geldbeutel aka Verkäufe aus.

      Würde es auch abgesehen vom Geld auch der persönlichen Ehre wegen klären wollen, wenn man mich verunglimpft und verleumdet.
    • finde das argument passt nicht wirklich, da er auf den eigentlichen vorwurf, dass er jetzt ein rassist sei, nicht mal eingegangen ist. ich denke mal du meinst diesen vorwurf, oder?
      klar, es war nicht der punkt des liedes, seiner aussage nach zumindest. aber wenn er sich schon zu einer "richtigstellung" von interpretationen anderer veranlassen lässt, dann kann man das auch wenigstens thematisieren.
    • Südländer schrieb:

      Und wenn irgendwelche Magazine deren Autoren Prezi wissentlich verunglimpfen
      es ist nicht aufgabe von anderen, dich richtig zu verstehen, es ist deine aufgabe, dich richtig verständlich zu machen.

      wenn du es weder schaffst dein kunstwerk für sich sprechen zu lassen (und das tut "gute" kunst, sie bedarf keiner erklärung) noch auf die kritik richtig einzugehen, hast du in dem fall schlicht rotz gebaut. (e: und darauf darf jemand der sich von berufs wegen mit kunst und künstlern beschäftigt (wie etwa musikjournalisten) auch hinweisen, erwarte ich auch von ihnen.

      ich versteh ja dass er ein guter rapper ist, seh ich nach wie vor genauso, aber bitte mal nicht so tun als wäre er deswegen von allen konsequenzen befreit. wenn du mist baust dann schlägt das halt wellen, gerade wenn du schon ein publikum hast)
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