Zensur in der Kunst durch privatwirtschaftliche Unternehmen - Gerecht oder Willkür?

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    • Spotify hat beschlossen alle Lieder von R. Kelly aus allen Playlists zu entfernen und nicht mehr zu bewerben. Dabei wurden auch Songs entfernt, wo er beispielsweise als Co-Autor agiert hat.
      Die Begründung ist, dass sein Werk und sein Verhalten nicht mit den "Werten" von Spotify übereinstimmt.


      Ich finde es ziemlich bedenklich, dass ein Unternehmen wie Spotify, immerhin Marktführer was Musikstreaming angeht, Willkürzensur anwenden kann.

      Sehe die Freiheit der Kunst ernsthaft gefährdet und habe sofort mein Spotify Abo gekündigt und werde mich nach ethischeren Alternativen umsehen.

      Wie bewertet ihr die Sache?


      app.handelsblatt.com/unternehm…us-programm/21266168.html
    • Südländer schrieb:

      Ich finde es ziemlich bedenklich, dass ein Unternehmen wie Spotify, immerhin Marktführer was Musikstreaming angeht, Willkürzensur anwenden kann.

      Sehe die Freiheit der Kunst ernsthaft gefährdet und habe sofort mein Spotify Abo gekündigt und werde mich nach ethischeren Alternativen umsehen.
      Du benutzt dann ebenso YouTube nicht mehr und hast Heiko geschrieben?
      Wäre nur konsequent.
      Ansonsten, klassisch.
      low key nazi
    • Ist die nicht schon immer real? Gerade bei Liedtexten ist das doch gängig.
      Hat iTunes nicht schon immer einfach auch die libraries seiner Kunden mal fix mit jugendfreien Liedversionen gepatched und solche Späße?
      The verdict is not the end
      It is only the beginning
      Strong will shall keep spreading
    • Finde es an sich okay. Also das Prinzip, dass private Unternehmen frei entscheiden, mit wem sie zusammen arbeiten wollen. Südländers Verhalten zeigt ja schon, wie man dann darauf reagieren kann/sollte. YouTube und Facebook diskriminieren ja auch gerne Mal gegen konservative Inhalte. Ändert aber ja nichts daran, dass sie das im halten können, wie sie wollen.
    • Alex- schrieb:

      YouTube und Facebook diskriminieren ja auch gerne Mal gegen konservative Inhalte.

      YouTube sperrt Werbung bei kontroversen Inhalten, weil die Werbekunden ungern ihre Werbung bei Videos über Abtreibungen oder ähnliches sehen wollen. Diese Werbesperre betrifft deswegen allgemein politische Inhalte, egal ob konservativ oder links. Alex Jones wäre Obdachlos wenn YouTube wirklich in diese Richtung durchgreifen würde.
      Dieser Beitrag wurde bezahlt vom George Soros Zentrum für politische Agitation
    • Alex- schrieb:

      inde es an sich okay. Also das Prinzip, dass private Unternehmen frei entscheiden, mit wem sie zusammen arbeiten wollen. Südländers Verhalten zeigt ja schon, wie man dann darauf reagieren kann/sollte. YouTube und Facebook diskriminieren ja auch gerne Mal gegen konservative Inhalte. Ändert aber ja nichts daran, dass sie das im halten können, wie sie wollen.
      Dem kann man so natürlich nicht widersprechen, jedes Unternehmen sollte solche moralischen Entscheidungen frei treffen dürfen, aber was für Maßstäbe liegen da zugrunde?


      Wer oder was sind Leute "die mit ihm zusammengearbeitet haben? Und vor allem, was können die dafür?

      Warum R.Kelly, Michael Jackson aber nicht? (überspitzt, ich weiß)


      Nutze selber aktuell ohnehin kein Spotify, aber...
      Die Schlussfolgerung, man sollte den Dienst boykottieren ist doch völliger Unsinn:

      -Ich kann den wegen einem Künstler ja 5 Millionen andere dann auch nicht hören.

      -Ich kann andere am Werk R.Kellys beteiligte, schuldfreie Personen nicht mehr hören.

      -Dem Dienst schade ich wahrscheinlich nicht und er weiß wahrsch. auch nicht, was ich für Motive habe.

      -Wenn ich schon beachsichtige, aus Statement Gründen konsequent zu boykottieren und das Unternehmen dies als wirksam bewertet und zur Kenntnis nimmt, dann könnte ich doch auch gleich selber R. Kelly beim Dienst boykottieren, dann müsste der Dienst gar nix sperren.

      -Warum überhaupt ist ein großverdienender Musikdienstleister hier politisch/interpretativ/wertend tätig, in anderen Gesellschaftsbereichen (auch was Musik/Künstler angeht) jedoch nicht. Warum zum Beispiel wird Xavier Naidoo für seine
      Reichsbürgeräußerungen da nicht in ähnlicher Weise thematisiert.


      So bleibt nur der Eindruck bestehen, es ginge gar nicht um die Message an sich, sondern nur darum, sich als tolle und aufmerksame Firma zu profilieren, wobei man hingegen in Wahrheit keine konsequente Line/Strategie verfolgt, sondern einfach eine auswürfel-artige Hauruck-Entscheidung getroffen hat,
      Aus meiner Sicht ist das völlig unsinniger Aktionismus, der den richtigen minimal trifft, viele falsche trifft (Künstler und Nutzer) und totale Doppelmoral offenbart, weil man sich sicherlich Dutzenden andere Künstlern ähnlich kritisch widmen müsste (was vllt. richtig wäre, auch wenns nicht mit der Musik was zu tun hat), aber wenn schon Werturteile durch Musikdienstleister, dann jawohl hier wie sonstwo hoffentlich überall auch: Gleiches Recht für alle.

      Ist für mich ähnlich wie diese Aktion von Ursula von der Leyen, die ein historisches Helmut Schmidt Bild hat abhängen lassen, weil er da ne Wehrmachtsuniform trug, ungeachtet dessen, dass es ja eben gerade aus gegenwärtiger Sicht zeigt, dass man davon auch Distanz nehmen kann, anstatt dass zu verherrlichen und obendrein auch die Bürger selber das bewerten können sollten und man nicht "alles erstmal generalzensiert". Und wenns jetzt ein Wirtschaftsunternehmen macht ist es natürlich nochmal ne Spur gefährlicher...
    • Obv macht Spotify das vor allem auch aus Außenwirkungsgründen. Die werden sich überlegt haben, ob sie mehr gewinnen oder verlieren, wenn sie sowas machen, und ihre Ansicht ist wohl dass es so free Publicity und insgesamt positiv fürs Image ist. Dass CEO und Gründer S. Potify da seine persönliche moralische Ansicht reinspielen lässt wage ich mal stark zu bezweifeln.
    • Ich finde ja bei privaten Instanzen kann man nicht von Zensur sprechen. Meinetwegen wird die Meinungsfreiheit auf der Plattform eingeschränkt, aber ist doch deren Sache. Du hast doch kein Recht darauf, dass Unternehmen XY deinen Content veröffentlicht. Wär ja noch schöner
    • @Der_Busfahrer.: Wenn sie aber einerseits enorme wirtschaftliche Bedeutung haben und deine Kunst von ihrem Markt ausschließen und andererseits auch andere ähnlich gelagerte, oder doch zumindest ähnlich brisante, Fälle nicht beachten, ist es eine absolut nicht nachvollziehbare Praxis, wenn das Unternehmen eine bestehende Kooperation schlagartig abschafft und damit gleichzeitig ihren bisherigen Hörern auch unzugänglich macht.

      Geht mir natürlich nicht um R. Kelly, aber ums Prinzip.

      Wäre etwa so als von DS.Admins heute sagen würden, Busfahrer hat, was weiß ich, mit 14 nen Auto geknackt, das haben wir gerade herausgefunden, und du wirst gebannt und deine bisherigen Posts werden gelöscht, ohne dass sie sich jemals dafür interessiert haben: Was haben andere gemacht (vielleicht ähnliches oder schlimmeres, die aber nicht gestraft werden) und was geht anderen Usern durch die Postlöschung verloren.

      Natürlich kann man dann auch nicht sagen, du hast ein Grundrecht hier angemeldet zu sein, posten zu dürfen, aber es ist doch auch keine Art, dich auszuschließen, andere nicht, und deinen gesamten Content zu löschen. Ist auch gewissermaßen schon Zensur, die öffentliche Zugänglichkeit wird ja entfernt. Nur nicht im staatlich-politischen sinne.
    • User können ja streiken

      Oder aufhören Spotify zu nutzen.

      Was wollt ihr denn, was dagegen gemacht wird. Wie wollt ihr Unternehmen verpflichten euren Kodex zu folgen, wenn (wie bereit weiter oben angedeutet) es eh usus der Plattformen ist bestimmte Inhalte zu zensieren oder auszuschließen.
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    • die songs von r. kelly sind btw immer noch frei verfügbar, sie wurden nur aus offiziellen spotify playlists entfernt. insofern verstehe ich noch weniger, wie man von "zensur" sprechen kann. outrage culture much?
      man kann sich natürlich die frage stellen, inwieweit der einstiegspunkt von spotifys politik in der hinsicht angebracht ist, wenn chris brown immer noch überall promotet wird
      @lkllnd


    • Bei Spotify werden die Künstler durch Klicks ihrer Lieder über Umwege (Label) bezahlt oder habe ich das falsch in Erinnerung?
      Also will jeder auf eine öffentliche /stark beworbene Playlist mit seinen Liedern?
      Dieser Account benutzt sehr gerne Zynismus, Sarkasmus und Ironie ¯\_(ツ)_/¯ nett kann ich trotzdem wirken...
      Wortlawinen rollen gewöhnlich von den Bergen der Dummheit Stanislaw Jerzy Lec
    • (((luke))) schrieb:

      man kann sich natürlich die frage stellen, inwieweit der einstiegspunkt von spotifys politik in der hinsicht angebracht ist, wenn chris brown immer noch überall promotet wird
      Chris Brown hat "nur" zugegeben seine Freundin geschlagen zu haben, oder?

      Ich glaube es geht bei der Aktion nicht darum Menschen von Spotify auszuschließen, die in irgendeiner Art straffällig geworden sind. Dann müssten noch viel mehr Künstler gestrichen werden. Es geht viel mehr darum, dass Spotify Menschen ausschließen möchte, die den Dienst dazu verwenden entweder direkt Hassbotschaften zu verbreiten oder durch den Dienst (bzw. die Musikindustrie als ganzes) überhaupt erst in die Position kommen Schaden anzurichten.

      R. Kelly hat angeblich seine Position in der Musikindustrie ausgenutzt um Personen die in einem Abhängigkeitsverhältnis zu ihm stehen zu missbrauchen. Er ist nicht zufällig ein Täter und gleichzeitig ein erfolgreicher Musiker, sondern seine angeblichen Rechtsbrüche sind überhaupt erst durch seinen Erfolg möglich.

      Spotify hat ihn denke ich nicht aus ihrem Angebot gestrichen weil seine Musik aufgrund seiner angeblichen Taten unmoralisch wäre, sondern weil sie ihn nicht weiterhin dazu enablen wollen Menschen zu missbrauchen. (Dass das natürlich in erster Linie aus Marketinggründen passiert steht denke ich außer Frage.) Vergleiche mit Michael Jackson und Chris Brown sind deshalb finde ich unangebracht, weil das Abspielen von deren Musik keinen direkten Einfluss darauf hat, ob die jeweiligen Künstler weiter Schaden anrichten können (der eine ist tot, beim anderen ist davon auszugehen, dass er "lediglich" ein normaler Gewalttäter ist, der aber seine Machtposition nicht systematisch ausnutzt.)

      Ob an den Vorwürfen jetzt konkret etwas dran ist oder nicht, das kann ich nicht einschätzen. Ob das Verhalten von Spotify deshalb richtig ist oder nicht weiß ich auch nicht. Aber ich finde man sollte das ganze eher vergleichen mit Jimmy Savile, Bill Cosby oder Harvey Weinstein. Allesamt Täter bei denen lange vor irgendwelchen öffentlichen Anschuldigungen in entsprechenden Kreisen bekannt war was Sache ist. Wenn da jemand die jeweiligen Täter vorzeitig aus dem Verkehr gezogen hätte, dann hätte das vielen Opfern viel Leid erspart. Stattdessen wurden sie aber Jahrzehnte lang von oben gedeckt, weil sie Geld eingebracht haben.
    • denken eigentlich im jahr 2018 immer noch leute unironisch, michael jackson sei ein kiddy fiddler gewesen?



      eventually there comes a point where it's like the true test for your team - will he cast a spell or will he not
      - Artour Babaev

      Und wenn beide dann nicht mehr stacken und der einer 6k Boi, der vorher 4k war, mit einem anderen 4k Boi spielt, dann ist er nicht mehr 6k, weil er reverse trägert, oder?
      - User des Monats
    • Musste erstmal googlen wer R Kelly ist (^.^)

      Auch wenn die totale "Zensur" Kellys auf Spotify schon debunked wurde, muss ich sagen, dass ich kein wirkliches Problem darin sehe, wenn Spotify selbst entscheidet wessen Musik sie spielen wollen und wer ihnen ein zu großer Hurensohn ist.
      Zumal es ungefähr eine billionen Songs gibt, die mir auf Spotify fehlen und die Künstler hinter denen haben nicht mal wen misshandelt.

      Ruhe in Frieden "Stadiumx ft. Angelika Vee - Wonderland (James Meyers Remix)", mein kleiner Prinz. Die Welt ist kein fairer Ort.