Deutsche Kultur - Gibt es so etwas überhaupt?

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    • Deutsche Kultur - Gibt es so etwas überhaupt?

      zeit.de/gesellschaft/zeitgesch…omas-fischer-strafanzeige

      Heute erst die ganze Geschichte mitbekommen.
      Gauland xD

      Thomas Fischer/Zeit Online schrieb:

      Die Staatsministerin im Bundeskanzleramt, Aydan Özoğuz, hatte in der Zeitung Tagesspiegel gesagt: "Eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, nicht identifizierbar." Unter Bezugnahme auf dieses Zitat führte Herr Gauland in seiner Rede aus: "Das sagt eine Deutschtürkin. Ladet sie mal ins Eichsfeld ein und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt die nie wieder hierher. Und wir werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können."
    • Unabhängig davon, dass Gaulands Aussage absolut daneben ist (ich unterstelle ihm allerdings, dass er schon abschätzen konnte was er mit einer solchen Wortwahl auslöst), halte ich die Aussage, es gäbe keine deutsche Kultur außerhalb der Sprache, von einer Frau die "Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration" ebenso für völlig untragbar.
      Dark Wings, Dark Words
    • Der_Busfahrer. schrieb:

      Die Mär von der deutschen Leitkultur wieder :whistling:
      Elaboriere bitte


      @Sundry Gibt halt echt viele "deutsche" Dinge, über die sich im Forum doch sogar gerne lustig gemacht wird. Wie kann man da nicht von Kultur reden? Jedes Land hat eine Kultur, und gerade im Zusammenhang mit Migration aus Afrika und Nahost ist diese auch massiv anders als die in den Herkunftsländern und somit relevant und nicht aufgebauscht.
    • Bighead schrieb:

      @Sundry Gibt halt echt viele "deutsche" Dinge, über die sich im Forum doch sogar gerne lustig gemacht wird. Wie kann man da nicht von Kultur reden? Jedes Land hat eine Kultur, und gerade im Zusammenhang mit Migration aus Afrika und Nahost ist diese auch massiv anders als die in den Herkunftsländern und somit relevant und nicht aufgebauscht.
      Nicht drauf eingehen, er will doch nur Triggern.
      Byron - Attributmagier
      Der Korpothread

      Oster schrieb:

      Wenigstens shrodo denkt mit.





      #TeamKyuzo2016
    • Das Problem an einer Aufzählung von Elementen einer "Leitkultur" ist, dass sie den Anschein von Vollständigkeit und Ausschließung hat. Wenn ich sage, dass Schrebergartenkolonien Teil der deutschen Kultur sind, macht das Leute ja nicht weniger deutsch, nur weil sie da nicht mitmachen. Leitkultur ist da auch ein fehlgeleitetes Wort, man soll sich ja nicht an der Kultur orientieren. Dennoch existiert sie und zeigt einem, was wir mit anderen Ländern gemeinsam haben und was uns unterscheidet. Und das ist doch relativ wichtig für funktionierende Integration, einander besser verstehen und Unterschiede überbrücken.
    • Der_Busfahrer. schrieb:

      Ich habe schon eher den Eindruck, dass viele Kulturen in Deutschland parallel existieren, die es in der Form außerhalb unseres Landes nicht geben mag.
      Klar, aber ein Ostfriese und ein Oberbayer haben immer noch mehr kulturelle Gemeinsamkeiten als ein Ostfriese und ein Syrer. Es gibt ja auch eine europäische Kultur, und die ganze Menschheit hat eine Kultur, sind einfach weitere Abstraktionen und Verallgemeinerungen.
    • man kann nicht von einer deutschen kultur reden. man kann von einer fränkischen, einer bayrischen, einer westfälischen, badischen, schwäbischen, sächsischen, hessischen, friesischen kultur reden (und die zerlaufen sich sowieso nochmal untereinander; beispielsweise fühlt sich ein kasseler auch nicht unbedingt einem frankfurter kulturell verbunden, obwohl beides hessen sind). und die einzige gemeinsamkeit, die sie durch die bank haben ist, dass sie alle abwandlungen einer sprache sprechen, die wir heute als das standarddeutsche kennen.

      deutschland (und vor der existenz des nationalstaates, das heilige römische reich deutscher nation) ist was kultur angeht ein einziger flickenteppich. schon immer gewesen. so zu tun, als wäre das jemals anders gewesen, als hätte es abseits der sprache je etwas gegeben, was die leute in diesem staatsgebiet durch die bank gemeinsam gehabt hätten, ist nichts anderes als der versuch, ein unterscheidungsmerkmal zu konstruieren, anhand dessen man dann leute willkürlich raushalten darf. das ist die deutsche leitkultur.

      e: ist in anderen ländern übrigens auch nicht anders, bei denen hat der nationalstaat nur länger existiert als hier. siehe frankreich, polen (wobei es bei denen nicht ganz so stark ausgeprägt ist) und vor allem spanien, wo es VIEL ausgeprägter ist
      watch you while you're thinking
      wonder what's inside
      why you're always thinking

      am i in your mind?
    • Meinst du nicht ein Ostfriese hat eventuell mehr mit einem Niederländer und ein Oberbayer mehr mit einem Österreicher (Alpen) gemein?
      Ich finde es jedenfalls nicht so eindeutig wie ihr

      Edit: Die Diskrepanz zwischen Ost und West ist auch noch immer ziemlich hoch. Ein kleines Beispiel ist zB Jugendweihe vs Konfirmation
    • Glaube ich nicht, nein. Dieser Zusammenschluss ist immer noch furchtbar random und auch die "innerdeutschen" Grenzen sind kulturell eher random.

      Wir haben hier z.B. viel mehr kulturell mit den Busfahrern und Ulfs gemeinsam, als mit den Zagdils oder Skryzern, obwohl letztere im selben Regierungsbezirk ansässig sind.