Ist der öffentliche Dienst unterbesetzt?

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    • Ist der öffentliche Dienst unterbesetzt?

      shrodo wrote:

      Die Lösung aufm Amt ist daher die gleiche wie in der Pflege: Einfach Mal richtig Geld ins Personal, dann läuft's in 3-5 Jahren auch wieder
      klingt für mich eigentlich wie ein nobrainer. hast du geld in dein personal gebuttert, ist es a) kompetenter, b) zufriedener und c) loyaler. wenn du also willst dass es bei dir brummt und aufwärts geht (oder auch unter hoher auslastung stabil und krisensicher arbeiten kann, da es nicht an profit gebunden ist wie etwa krankenhäuser; in der regierung sitzt doch eine christlich-soziale partei, oder?) wäre es doch klug zuerst auszuschließen dass es am personal liegt.
      wieso tut man sich da so schwer?
      Ne marche pas devant moi, je ne te suivrai peut-être pas.
      Ne marche pas derrière moi, je ne te guiderai peut-être pas.
      Marche à côté de moi et sois simplement mon amie.
      Sundry's Gameblog! - NEUER POST: Grand Theft Auto V
    • Sundry wrote:

      shrodo wrote:

      Die Lösung aufm Amt ist daher die gleiche wie in der Pflege: Einfach Mal richtig Geld ins Personal, dann läuft's in 3-5 Jahren auch wieder
      klingt für mich eigentlich wie ein nobrainer. hast du geld in dein personal gebuttert, ist es a) kompetenter, b) zufriedener und c) loyaler. wenn du also willst dass es bei dir brummt und aufwärts geht (oder auch unter hoher auslastung stabil und krisensicher arbeiten kann, da es nicht an profit gebunden ist wie etwa krankenhäuser; in der regierung sitzt doch eine christlich-soziale partei, oder?) wäre es doch klug zuerst auszuschließen dass es am personal liegt.wieso tut man sich da so schwer?
      Personalkosten sind viel leichter zu tracken als die vermeintlich bessere Arbeitsleistung teurerer Mitarbeiter.
    • Sundry wrote:

      shrodo wrote:

      Die Lösung aufm Amt ist daher die gleiche wie in der Pflege: Einfach Mal richtig Geld ins Personal, dann läuft's in 3-5 Jahren auch wieder
      klingt für mich eigentlich wie ein nobrainer. hast du geld in dein personal gebuttert, ist es a) kompetenter, b) zufriedener und c) loyaler. wenn du also willst dass es bei dir brummt und aufwärts geht (oder auch unter hoher auslastung stabil und krisensicher arbeiten kann, da es nicht an profit gebunden ist wie etwa krankenhäuser; in der regierung sitzt doch eine christlich-soziale partei, oder?) wäre es doch klug zuerst auszuschließen dass es am personal liegt.wieso tut man sich da so schwer?
      Weil unkündbar, riesige Pensionsverpflichtungen und bereits jetzt schon ist der Beamtenapparat dem normalen Steuerzahler schon nicht mehr zu vermitteln.
      Wir müssen abbauen, nicht aufbauen.
    • Grimm wrote:

      aber wo? Gerichte sind völlig überlastet, Polizei (angeblich) auch, Lehrer sowieso, etc,Sollte man da nicht eher das Beamtentum an sich modernisieren?
      Klar kann man das Beamtentum modernisieren, aber dafür gibt es keine politischen Mehrheiten, da Beamte eine der wichtigsten Wählergruppen stellen.
      Meine auch nicht die Richter (die eh keine Beamten sind), Polizisten oder Lehrer, sondern die Verwalter deren Job vor Jahrzehnten rationalisiert wurde, die aber unkündbar sind und einfach von A nach B geschoben werden.
    • südländer wrote:

      Grimm wrote:

      aber wo? Gerichte sind völlig überlastet, Polizei (angeblich) auch, Lehrer sowieso, etc,Sollte man da nicht eher das Beamtentum an sich modernisieren?
      Klar kann man das Beamtentum modernisieren, aber dafür gibt es keine politischen Mehrheiten, da Beamte eine der wichtigsten Wählergruppen stellen.Meine auch nicht die Richter (die eh keine Beamten sind), Polizisten oder Lehrer, sondern die Verwalter deren Job vor Jahrzehnten rationalisiert wurde, die aber unkündbar sind und einfach von A nach B geschoben werden.
      Die könnte man mal zu uns aufs Gericht schieben, da hätten wir dringend Bedarf aber kriegen keine Leute :(


      Guten Morgen an muh, sleepy, proudbavarian, seren, incognito, zinnsoldat, qory, juff, sic, banez-, arrow^gunz, cloud, zenarius, Tobi und den rest des DS-Stammtischs
    • shrodo wrote:

      Sundry wrote:

      wieso tut man sich da so schwer?
      irgend so ein BWL-er hat was anderes gesagt.
      bin eher baffled wie man einen ineffektiven, langsamen und trägen staatlichen Beamtenapparat mit der Lösung "noch mehr davon" reformieren möchte.
      Habe jetzt am eigenen Leib den Unterschied zwischen privater (ca. 100 Euro Schulgeld pro Monat) und staatlicher Schule sehen dürfen und da liegen einfach Welten dazwischen, was Ausstattung und Effizienz angeht (die haben alleine schon 5 Monate gebraucht, um mir mein Zeugnis zuzuschicken).
      Liegt unter anderem auch daran, dass ein Schulleiter einfach mal machen kann und nicht erst 1000 Formulare ausfüllen und abwarten muss.
    • Alex- wrote:

      bin eher baffled wie man einen ineffektiven, langsamen und trägen staatlichen Beamtenapparat mit der Lösung "noch mehr davon" reformieren möchte.
      Ich habe nicht von Beamten gesprochen. Man kann die Leute auch einfach so anstellen. Aber auch dafür muss man Geld reinwerfen. Man braucht sich nicht wundern, dass mann z.B. keine Bauingenieure (als Bauleiter) findet, wenn die bei den Baufirmen halt das doppelte verdienen.
      Byron - Attributmagier
      Der Korpothread

      Oster wrote:

      Wenigstens shrodo denkt mit.





      "some games just feel so unthrowable until you suddenly lost"
    • Wird auch gemacht, bin "nur" angestellt aber meine Berufsbezeichnung (Referent) ist anscheinend eigentlich son Beamtending. Aber nix da Pension, ich arbeite bis ich irgendwann umfalle meine Freunde

      „Die meisten bekommen eine Meinung, wie man einen Schnupfen bekommt: durch Ansteckung.“
      Axel von Ambesser
    • südländer wrote:

      Grimm wrote:

      aber wo? Gerichte sind völlig überlastet, Polizei (angeblich) auch, Lehrer sowieso, etc,Sollte man da nicht eher das Beamtentum an sich modernisieren?
      Klar kann man das Beamtentum modernisieren, aber dafür gibt es keine politischen Mehrheiten, da Beamte eine der wichtigsten Wählergruppen stellen.Meine auch nicht die Richter (die eh keine Beamten sind), Polizisten oder Lehrer, sondern die Verwalter deren Job vor Jahrzehnten rationalisiert wurde, die aber unkündbar sind und einfach von A nach B geschoben werden.

      Alex- wrote:

      shrodo wrote:

      Sundry wrote:

      wieso tut man sich da so schwer?
      irgend so ein BWL-er hat was anderes gesagt.
      bin eher baffled wie man einen ineffektiven, langsamen und trägen staatlichen Beamtenapparat mit der Lösung "noch mehr davon" reformieren möchte.Habe jetzt am eigenen Leib den Unterschied zwischen privater (ca. 100 Euro Schulgeld pro Monat) und staatlicher Schule sehen dürfen und da liegen einfach Welten dazwischen, was Ausstattung und Effizienz angeht (die haben alleine schon 5 Monate gebraucht, um mir mein Zeugnis zuzuschicken).
      Liegt unter anderem auch daran, dass ein Schulleiter einfach mal machen kann und nicht erst 1000 Formulare ausfüllen und abwarten muss.

      mal ein wenig Fakten?
      Es gibt nach Jahrzehnten der Personalabschmelzung nicht mal genug Personal um die Ausschreibungen zu machen. Unser Labor hatte ein Riesenglück, dass unser total marodes Kältegerät im Sommer nicht die Krätsche gemacht hat, da trotz großem Einsatz meines Kollegen das Ding nach über einem Jahr Hacken ablaufen in der Verwaltung noch immer nicht bestellen durfte.
      Die Fachabteilungen können so langsam ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen, weil die Ämter chronisch unterbesetzt sind (bei steigendem Arbeitsvolumen btw). Ich warte auch seit 2 Jahren auf meine Höhergruppierung, die mir versprochen wurde, aber man hat wohl keine "Zeit" um sich darum zu kümmern (aka wir sparen Geld).
      Unser Ministerium findets auch megalustig uns immer nur 80% "der Geldmittel" am Anfang des Jahres bereitzustellen und macht dann ein überraschtes Pikatchuface, wenn im August bei uns zum ersten mal die Lichter ausgehen.

      Der Unsinn vom schlanken Staat hat jetzt den öffentlichen Dienst derart in das Semikoma gespart, dass ich von den Gesundheitsämtern in der Coronakriese auch nichts mehr erwarten muss. Ja, das war total günstig für den Steuerzahler, aber halt auch total kacke, falls mal was passiert, für die man diese Banausen dann bräuchte. Dämme sind für Neoliberal eben immer sinnlos. Dann kommt die Flut und alle sind überrascht, wraum die Füße nass werden.

      BTW: Weil wir ja so mega ineffizient sind und die tolle Wirtschaft ja alles so geili macht, müssen wir aus purer Verzweiflung sehr viel Fremdvergeben. Das kostet ein Heidengeld und wir können die Werte nicht richtig nachprüfen. ggwp
      Besungenes Kältegerät wurde als Fremdvergabe von einem Ingenieurbüro ausgeschrieben. Der Dude hat dann die Ausschreibung so verfasst, dass er sein eigenes Gerät hätte verkaufen können. Plotttwist: Das Kältemittel ist bald nicht mehr erlaubt, weil umweltschädlich. Wir haben also 5000€ dafür bezahlt, es doch selbst machen zu müssen.


      Ach und weil ich gerade schon am ranten bin:

      Midna wrote:

      Wir sind jetzt zweieinhalb Wochen in unserem tollen Lockdown und die Zuwachsrate ist immer noch positiv. Wo soll das noch enden?
      Weihnachten frei. Janura/Februar wieder Lockdown. Rinse and repeat. Die meisten sozialen Kontakte habe ich bei der Arbeit. Die meisten Kontakte haben Schüler in der Schule. So lange uns mittelfristig nichts besseres einfällt, als die Sportvereine zuzumachen, sehe ich vor flächendeckender Impfung keine Besserung. Aber die Hohlbrote von Querdenken werden uns die Wartezeit sicherlich spannend machen.

      The post was edited 1 time, last by Onyo ().

      Eine Mutter kann nicht helfen, bei so vielen lockeren Schrauben.
    • Ihr habt für eine 5.000€ Investition ein Ingenieursbüro mit einer Ausschreibung von einem Kältegerät beauftragt?
      Ohne dass ihm da jemand Rahmenbedingungen gegeben hat? :thumbsup:


      HumanlyPuma wrote:

      junge leg dir ne hantel ins büro oder geh kegeln
    • Ab bestimmten Beträgen darf man halt mit öffentlichen Geldern (verständlicherweise) nicht einfach kaufen gehen iirc. Das heißt in der Praxis dass sich jemand nachdem er sich intensiv damit beschäftigt hat, was genau gebraucht wird, dann noch intensiv damit beschäftigen muss, wie er eine öffentliche Ausschreibung der Anschaffung genau so formuliert, dass nur genau der gewünschte Anbieter in Frage kommt und nicht irgendein ähnlicher, der billiger ist aber eben die Anforderungen nur unzureichend erfüllt.

      Und wenn du den Typen nicht hast, aber eben mehr Geld als du ausgeben kannst, wirfst du Geldbündel aufs Problem. Die Idee, dass man mit der Ausschreibung Geld spart, scheitert also meistens.
      The verdict is not the end
      It is only the beginning
      Strong will shall keep spreading
    • Klingt für mich nach einem Horrorszenario, dass man Menschen, die dafür am kompetentesten sind, die Entsccheidung überlässt um dann klare Verantwortlichkeiten zu haben, wenn es darum geht Kosten zu prüfen und Budgets zu vergeben.
      Eine richtige Antwort ist nicht immer eine gute Antwort.
    • das derailt mir gerade ein wenig

      Der Punkt den ich heute morgen kurz nach dem Aufstehen in Hoffnung meinen Blutdruck wieder senken zu können, gemacht habe war dieser: Wenn eine Behörde ihren Job nicht hinbekommt, auch weil Personal fehlt, kann die rettende Lösung nicht sein noch weniger Fachmenschen in jener Behörde anzustellen.

      Ich sitze in der sehr komfortablen Position, dass mein Bruder die gleiche Ausbildung und einen sehr ähnlichen Arbeitsplatz hat. Er in der Industrie und ich hier auf dem Umweltamt. Es zeigt sich Erstaunliches: Idioten laufen überall herum und sowohl in der Wirtschaft als auch im öffi.
      Ich würde mich nicht querstellen, wenn das entlassen Beschäftigter im öffentlichen Dienst Aufgrund brachialer Inkompetenz oder noch schlimmer, Arbeitsverweigerung deutlich erleichtert würde. Jenes würde mir meinen Job auch des öfteren erleichtern. Aber mehr Personal ist eben auch notwendig. Und um den Bogen mal wieder zurückzuschlagen: Staatliche Krankenhäuser, Schulen und Ämter sitzen seit Jahren auf Personalmangel, des Geldes wegen. Und vor einmal kommen alle angeschissen und fragen sich warum die Gesundheitsämter die Nachverfolgung nicht hinbekommt oder Krankenschwestern 20 Stundendoppelschichten schieben müssen.

      Mein rechter rechter Platz ist frei, ich wünsche mir den Pispers herbei. Der Onkel Volker könnte den ganzen Liberalgelbversifften mal erklären was Zusammenhänge sind. (front)
      Eine Mutter kann nicht helfen, bei so vielen lockeren Schrauben.
    • Wenn wir schon bei irgendwelchen Anekdoten sind.

      Aus erster Hand während meiner Laborzeit an der Uni. Da waren verbeamtete, die literal keine Funktion mehr hatten und fürs Kaffee trinken bezahlt wurden.
      Die haben ein Labor in eine Kaffeeküche mit Tee und kaffeekocher unterm Abzug verwandelt und den ganzen Tag nichts gemacht. Die werden noch die 10 Jahre absitzen und gehen dann in Pension.

      Aus zweiter Hand:
      Habe einige Freunde die bei der Stadtverwaltung arbeiten und dort ist es Usus erstmal während der Arbeitszeit zu frühstücken (bis 9 geht niemand ans Telefon) und ab Nachmittags hat man ja genug gearbeitet und pimmelt nur noch rum (ab 14 Uhr geht auch keiner mehr ans Telefon)
    • südländer wrote:

      Wenn wir schon bei irgendwelchen Anekdoten sind.

      Aus erster Hand während meiner Laborzeit an der Uni. Da waren verbeamtete, die literal keine Funktion mehr hatten und fürs Kaffee trinken bezahlt wurden.
      Die haben ein Labor in eine Kaffeeküche mit Tee und kaffeekocher unterm Abzug verwandelt und den ganzen Tag nichts gemacht. Die werden noch die 10 Jahre absitzen und gehen dann in Pension.

      Aus zweiter Hand:
      Habe einige Freunde die bei der Stadtverwaltung arbeiten und dort ist es Usus erstmal während der Arbeitszeit zu frühstücken (bis 9 geht niemand ans Telefon) und ab Nachmittags hat man ja genug gearbeitet und pimmelt nur noch rum (ab 14 Uhr geht auch keiner mehr ans Telefon)
      5h arbeiten? xD diese Amateure



      OT: ist obv ein Führungskräfteproblem.
      Byron - Attributmagier
      Der Korpothread

      Oster wrote:

      Wenigstens shrodo denkt mit.





      "some games just feel so unthrowable until you suddenly lost"
    • südländer wrote:

      Wir müssen abbauen, nicht aufbauen.

      Alex- wrote:

      bin eher baffled wie man einen ineffektiven, langsamen und trägen staatlichen Beamtenapparat mit der Lösung "noch mehr davon" reformieren möchte.
      Ihr sprecht von anderen Dingen als Personal:

      Was man abbauen muss sind überflüssige, bürokratische, langsame, unklare Strukturen, Organisationen, Vorschriften.

      Das ist doch aber ungleich PERSONAL-Abbau:
      Wenn das Gericht o.Ä. mit der Arbeit nicht hinterher kommen, braucht man logischerweise mehr, nicht weniger. (Wobei gerade bei Gericht Stau wahrscheinlich wiederum sehr auf überflüssige Vorschriften/Dokumente zurückzuführen ist. Dann geht es aber auch nicht schneller, wenn man Personal kürzt).