Tell Me What to Watch oder auch "Wir erweitern unseren filmischen Horizont"

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    • Tell Me What to Watch oder auch "Wir erweitern unseren filmischen Horizont"

    • Tell me what to watch - "Vier Brüder"

      Tell me what to watch - "Vier Brüder"

      Ich hoffe hier sollen die Reviews rein, habe mir gerade den mir vorgeschlagenen Film angesehen und werde hier meine bescheidene Meinung dazu abgeben.
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      Vier Brüder ist ein solider Film, der jedoch nicht so recht weiß was er sein will. Meiner Meinung nach ist er weder ein guter Krimi bzw. Action Film noch kommt das komödiantische Element gut durch. Es wirkt alles ein wenig unschlüssig bzw. überzeichnet. 4 Haudegen in Robin Hood Manier räumen in einer Stadt voller korrupter Cops mit dem Verbrechen auf um den Mord an ihrer Mutter zu rächen, bleiben dabei vollkommen unbehelligt. Der Film ist für ein einmaliges Ansehen ok, aber nichts dass ich weiterempfehlen oder erneut ansehen würde. Mich störte zum Beispiel die Szene am Schluss, wo der böse Gangleader quasi in der Falle sitzt, und dann wird ein männlicher Faustkampf gewählt um ihn auszuschalten anstatt ihn einfach umzulegen und verschwinden zu lassen.


      Mein Fazit zum Film ist auf jeden Fall, das man ihn sich ansehen kann, allerdings weiß er nicht recht ob Fisch ob Fleisch, da er meiner Einschätzung nach ein schlechter Hybrid aus Actionkomödie, Krimi mit trashigen Elementen ist. Vier Brüder nimmt sich allerdings nicht wirklich selbst auf die Schaufel, für einen guten Krimi ist die Handlung zu vorhersehbar und wirklich Lachen musste ich bei dem Film auch nicht. Summa summarum hat man nichts versäumt wenn man den Film nicht kennt, aber es war jetzt auch nicht der schlechteste Zeitvertreib für einen Sonntag Nachmittag.

      Meine Wertung:

      5.5/10

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Quirian ()

      :thumbup: :00a9: Hans
    • Tell me what to watch - "Requiem for a Dream"

      Wow, ich wusste wirklich nicht was mich da erwartet! Der Titel sagte mir rein gar nichts und ich habe es dann auch bewusst vermieden mich im Vorfeld in irgendeiner Art und Weise darüber zu informieren. Mit diesem Film, hätte ich definitiv nicht gerechnet!
      Aber nun kurz zur Story des Films:

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      Der Beginn des Films ist für den Zuschauer etwas verwirrend: Da zuerst eine Fernseh-Show gezeigt wird und kurz darauf "Summer" eingeblendet wird und man sich in einem Wohnzimmer einer alten Dame wiederfindet. Der Sohn (Harry) der Frau (Sara) "klaut" ihren Fernseher und aus der kurzen Unterhaltung beider, wird schon ersichtlich, dass die Frau wohl gerne TV schaut. Im weiteren Verlauf wird jedoch der Sohn gezeigt, der mit einem Kumpel(Tyrone) den Fernseher verpfändet und von dem Geld Drogen besorgt. Ab da zeigen immer wieder kurze Einblenden (die übrigens sehr gut gemacht worden sind) wann sie sich einen Schuss setzen. Das Leben beider scheint ein Gutes zu sein, denn Harry hat eine Freundin mit der er eine recht glückliche Beziehung zu haben scheint. Schnell wird allerdings klar, dass das nur Fassade ist und alle 3 ein recht ernstes Drogenproblem haben!
      Harrys Mutter bekommt per Anruf eine Mitteilung, dass sie einen Auftritt in der Sendung gewonnen hätte und beginnt sich im Folgenden darauf vorzubereiten.

      Die nächste Einblendung ist der Herbst und den Zuschauer (bzw mich) beschleicht bereits ein unangenehmes Gefühl, da man bereits gemerkt hat, dass das Leben der Protagonisten bergab ging und auf den Herbst folgt bekanntlich nicht der Frühling...
      Das wird auch im weiteren Verlauf deutlich: Tyrone, Harry und dessen Freundin werden zunehmend süchtig, während Harrys Mutter Sara vom Arzt Pillen verschrieben bekommen hat, welche ihr Übergewicht senken sollen, damit sie zur Fernseh-Show in ihrem roten Kleid gehen kann. Diese Pillen sind jedoch sehr gefährlich, da sie Rauschgift enthalten und ausgerechnet ihr Sohn Harry sie davor warnt sie weiter zu nehmen. Sara geht es zunehmend schlechter und sie beginnt unter Wahnvorstellungen zu leiden.

      Winter:
      Der Film kommt zu seinem Höhepunkt. An dieser Stelle sei angemerkt: Klint Mansell unterstreicht die düstere Stimmung des Films hervorragend! Die Lage für die 3 Drogenjunkies verschlechtert sich plötzlich, als kein Stoff mehr da ist und nur noch für sehr viel Geld zu holen ist. Die Sucht kommt zum Vorschein, als die 2 Jungs nach Florida fahren wollen um sich dort was zu besorgen, während das Mädchen, das sich davor mit Harry gestritten hat (wegen dem Stoff) sich auf die niedrigste menschliche Stufe herablassen muss um ihre Sucht zu befriedigen. Auch das Schicksal der Mutter wird zunehmend düsterer: Die Pillen zeigen ihre Wirkung, und das mehr als genug, den nun sieht man eine abgemagerte, alte und wahnsinnig gewordene Frau die dringend medizinische Hilfe benötigt. Zu dieser kommt sie auch als sie in Wahnvorstellungen im Zug zu ihrem angeblichen Show-Auftritt fährt.
      Ab nun ist sie ein Fall der Psychatrie und da die anfängliche Zwangsernährung fehlschlägt, kann ihr nur noch mit der Elektro-Schock-Therapie geholfen werden.
      Auch das Leben ihres Sohnes ist alles Andere als schön, denn auf der Autofahrt nach Florida verspürt er starke Schmerzen in seinem linken Arm. Als man ihn zu sehen bekommt, wird klar, dass es eine Blutvergiftung ist. Er tut das Ganze jedoch damit ab, indem er sagt: "Mit einem ordentlich Schuss wird das gleich besser!" und es wird schonungslos gezeigt, wie er die Nadel in die schwarze, verkrustete Wunde sticht. Sein Freund, fährt ihn allerdings zu einem Krankenhaus, wo sie dann auch von der Polizei festgenommen werden. Tyrone darf Strafarbeit leisten, während Harry von den Wachen zu einem Arzt gelassen wird, der ihm jedoch den Arm abnehmen muss, da er bereits abgestorben ist!


      Mich hat der Film ziemlich mitgenommen, vielleicht auch gerade deswegen, da ich nicht wusste was auf mich zukommt. Auf der anderen Seite allerdings weiß der Film auch seinen Zuschauer in seinen Bann zu ziehen! Er zeigt schonungslos die Realität und die Hässlichkeit der Protagonisten und selbst nach dem Abspann bleibt ein leeres Gefühl zurück. Es ist definitiv nichts für schwache Nerven, da gerade zum Ende hin es recht krass wird und das Zuschauen schon fast zur Qual wird, da man so ein Mitgefühl für die Darsteller entwickelt hat. Die Schnitte und die musikalische Umrahmung machen es zu einem wirklich gelungenen Film!
      Mein einziger Kritikpunkt bis jetzt sind inhaltliche Lücken, auf die wahrscheinlich bewusst verzichtet wurden um den Film nicht von seiner Intention abzubringen: Nämlich schonungslos die Realität zeigen!

      Bin mir noch nicht sicher, welche Wertung ich ihm gebe, da ich es erst noch etwas setzen lassen möchte^^ So um die 8-9/10
    • Ich hatte die Wahl zwischen 2 Filmen von meiner Merkliste und Unthinkable:

      Als ein Terrorist die Standorte von drei nuklearen Sprengköpfen herausfindet, ist die nationale Sicherheit der USA gefährdet. Nur zwei Tage bleiben den Behörden, um sie vor ihrer Detonation zu entschärfen. Wie weit ist FBI-Agent Henry Herald (Samuel L. Jackson) bereit zu gehen, um das Undenkbare (OT:Unthinkable) zu verhindern.


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      Mit Samuel L. Fucking Folterknecht Jackson, Carrie-Anne gefühlvolle Frau Moss und Michael Fanatiker Sheen, ein echt hochwertiger Cast von dem man einiges erwartet.
      Die Charaktere werden nach und nach vorgestellt und finden sich dann alle an einem geheimen Ort ein, der so geheim ist das ihn niemand kennt, bis auf eben die ganzen Leute die da rum rennen, u.a. anderen auch Zivilisten, wie die Frau von "H", um gemeinsam herauszufinden wo 3 Atombomben versteck sind. Jeder spielt dabei seine oben erwähnte Rolle. Es wechseln sich Szenen von Foltereien mit moralischen Szenen wie weit man gehen darf ab, zwischendurch werden noch ein wenig Städte und Menschen gezeigt die die möglichen Opfer der Bomben sein könnten. "Spannung" wird dabei durch die tickenden Bomben und die in "24" Manier eingeblendeten Tagen generiert.
      Die Charaktere bleiben blass und kommen nicht so richtig in Fahrt. Die Nebendarsteller und Sidestories sind leider noch schlechter, alleine die Story von "H"s Frau.
      Die Frage ansich ist ja interessant, wie weit würdest du gehen um viele Millionen Menschen zu retten, würdest du Foltern, Töten und sogar Kindern was antun? Allerdings ist das mMn einfach langweilig verpackt, ich hatte das Gefühl der Film kommt nie so richtig in Fahrt und der Twist der kurz vor Schluss enthüllt wird langweilt auch einfach nur hart.


      5/10

      Reicht mir einmal.
    • Tell me what to watch - "The Butterfly Effect"

      Als ich den Titel von dem FIlm gelesen habe den ich mir anschauen sollte, dachte ich erst, dass ich ihn schonmal gesehen habe, Butterfly Effect kam mir so bekannt vor. Hab ihn dann gegooglet und festgestellt, dass ich ihn immer mal schauen wollte, es aber wohl noch nicht getan hab. Nach dem FIlm hab ich mir so gedacht :"Wtf, warum hab ich den erst jetzt gesehen?"

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      The Butterfly Effect hat mich auf irgendeine Art und Weise an den Film Donnie Darko erinnert. Die ganze Art wie er aufgebaut ist, beginnend mit dem Anfang des Filmendes, dass man die ganze Zeit nicht so wirklich weiß, worauf der Film hinaus will, die ganzen WTF Momente, die Message hinter dem Film.
      Allein die Szene, in welcher Evan mit dem Messer in der Küche steht.. wie die Anfangs kommt und dann später geklärt wird, warum er das Messer in der Hand hält. Anfangs dachte ich, nachdem man kurz zuvor das Bild gesehen hat, auf dem Evan mit nem Messer über den 2 Leichen steht, dass er jetzt seine Mutter umbringt und dass das irgend so'n Psycho Kind-killt-Eltern film ist. Die Auflösung der Szene, dass er die Bombe entschärfen wollte, die zu dem Zeitpunkt noch gar keine Rolle gespielt hat. Wow.
      Allerdings fand ich an der Stelle dann schade, dass das Bild das er da gezeichnet hat eigentlich nur diesen Sinn der Irreführung des Zuschauers hat aber eigentlich total random ist. Oder ich habs nicht geblickt, generell ist das wohl ein Film, der beim 2ten mal schauen so einige AHA Momente auslöst, Sachen begreiflicht macht, die einem beim ersten mal gar nicht aufgefallen sind.
      Für mich gibts jedenfalls eine solide 8.5/10, die 1.5 Punkte abzug, weil manche Handlungen, nachdem er weiß, dass er in seiner Vergangenheit rumfuschen kann, einfach random und schlecht durchdacht wirken.
      "Manchmal führt es zu nichts, wenn man etwas macht, manchmal führt es zu etwas, wenn man nichts macht."
      -Francis Alys-
    • Ah Stimmt, hab ich vergessen dir zu empfehlen: Schau es dir mit dem Directors Cut an (Oder auch Eagles asisatisches Ende) ;)

      Ist MMn das Beste und wirklich einziges Ende das konsequent genug ist um dem Film gerecht zu werden. Aber freut mich, dass er dir gefallen hat! Ich hab ihn damals vor Donnie Darko gesehen und fand ihn auch etwas besser als Donnie, aber das ist wohl Geschmackssache.
    • Ist denn bei dem Directors Cut, außer dem Ende, auch noch etwas anderes anders? Kannte bis jetzt nur die "normale" Version und frage mich ob es sich lohnt den Directors Cut noch anzuschauen.
      - You either die a hero or you live long enough to see yourself become the villain -
    • Sugi schrieb:

      Ist denn bei dem Directors Cut, außer dem Ende, auch noch etwas anderes anders? Kannte bis jetzt nur die "normale" Version und frage mich ob es sich lohnt den Directors Cut noch anzuschauen.


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      http://www.schnittberichte.com schrieb:

      Der Director's Cut bezieht die Krankeitsgeschichte der Familie mehr in den Film mit ein, liefert nötigen Background für Evans Mutter und behebt den gröbsten Logikfehler der Kinofassung - nämlich den Wechsel von Tagebüchern zu den Homevideos. Gleichzeitig gibt es noch ein viel interessanteres Ende.
    • autsch, das muss ja eigentlich schleunigst nachgeholt werden :/// das ding ist, ich kann den fast mitsprechen so oft hab ich ihn geschaut..
      naja contestfilm geht eh erstmal vor, das nimmt mir die entscheidung vorerst ab. danke trotzdem für die aufklärung bzgl dem directors cut! :)
      MfG

      "You wanted life
      - I showed you love."
      Seraphs Post-Hardcore/Emo/Screamo/Metalcore/Deathcore - Thread (Hell YELL!)
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      Boo^ schrieb:

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      Zitat von »schnittberichte.com«


      Der Director's Cut bezieht die Krankeitsgeschichte der Familie mehr in den Film mit ein, liefert nötigen Background für Evans Mutter und behebt den gröbsten Logikfehler der Kinofassung - nämlich den Wechsel von Tagebüchern zu den Homevideos. Gleichzeitig gibt es noch ein viel interessanteres Ende.


      Das versteh ich nicht ganz... Wieso soll der Wechsel von Tagebüchern zu den Homevideos ein Logikfehler sein?! Er benutzt doch auch in DC die Homevideos am Ende um sich im Mutterleib selbst zu erdrosseln...
    • Stranger Than Fiction

      Gute Empfehlung. 7.5/10

      Seit The Other Guys liebe ich Will Ferrell ja sowieso, der Kerl hat wirklich Talent für Finanz-Nerds, die dann doch über sich hinaus wachsen.
      Dazu hatte der Film einen super Humor und es bei der eingebauten Romanze imo geschafft nicht sonderlich in Kitsch zu verfallen.

      Sachen zum Plot packe ich mal einen kleinen Spoiler
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      Die Idee, dass eine Autorin Einfluss auf die wirkliche Welt hat und ihr Protagonist eine echte Person ist, war ziemlich erfrischend. Allerdings hat mich das ganze dann doch nicht wirklich mitgerissen.
      Klar, ist ganz amüsant einer Romanfigur dabei zuzusehen wie sie fast verzweifelt, da sie ihren unausweichlichen Tod eigentlich nicht verhindern kann - liegt das doch außerhalb ihrer Macht. Aber am Ende gab's dann doch wieder ein Happy End *gähn*.

      Negativ emfpand ich auch Emma Thompson, die auf mich krass overacted gewirkt hat. Ich konnte mich mit ihrer nicht wirklich anfreunden - ihre Stimme als Erzählerin war aber super. Dustin Hoffmann war da schon wesentlich besser.
    • Prestige - Die Meister der Magie

      Keine Ahnung wie mir der Film entgehen konnte von Nolan mit Christian Bale. Der Film ist echt top und hat mir sehr gefallen. 8,0/10
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      Der Film ist geheimnisvoll, spannend und gleichzeitig auch witzig. Die ganzen Zauberkunst wurde sehr schön umgesetzt und wirkt nicht langweilig.

      Kritikpunkte:
      Nach einem starken Anfang fällt der Mittelteil etwas ab, da er manchmal etwas langatmig wirkt.
      Die Figur vom eigentlich genialen Tesla wird nicht wirklich gut umgesetzt.

      Insgesamt ein sehr toller Film, mit tollen Darstellern, der Potential für ein Meisterwerk hatte.
      "The only time success comes before work is in the dictionary"
    • Trainspotting:

      Ich bekam also Trainspotting, ein Film, den ich zwar schon mal gehört habe, aber nicht wirklich viel damit anfangen konnte.

      Zum Film

      Die erste Szene gefiel mir schon gleich RICHTIG gut, nur, als größter Hasser des british english habe ich mir nach gefühlten 5 Minuten überlegt, ob ich den Film nicht doch lieber auf Deutsch schauen sollte.

      Ich bereue es, nach dem ich mir ein paar Szenen noch in deutscher Synchro angesehen habe, nicht mich durch das Original gequält zu haben, v.a. bei Spud geht einfach so viel der Genialität des Charakters verloren.

      Alles in allem bin ich echt positiv überrascht, der FIlm hat mich irgendwie extremst mitgenommen, als das Baby gestorben ist und, vor allem Tommys Entwicklung.

      Für mich eine klar 8/10 mit noch Tendenz nach oben, wenn ich ihn noch 1-2 mal sehe.

      Und der ersten Ewan McGregor Film der richtig gut ist :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ChrisMiles ()

    • Stand By Me

      Stand by Me. Ein Film den ich mir vermutlich ohne diesen thread nicht angeschaut hätte. Es ist ein Film den ich lieber schon vor 5-10 Jahren gesehen hätte, denn dann würde ich ihn heute vermutlich lieben. So, hier und jetzt in der Gegenwart weiß ich diese kleine Perle eher zu schätzen, als das ich dem Film komplett auf einer emotionalen Ebene verfalle.

      Ein Film über den einen Sommer, damals als man noch jung war, damals als man mit seinen engsten Freunden einfach nur das Hier und Jetzt genossen hat. Ein Sommer, den jeder mal hatte, beziehungsweise ein Sommer, den man so gerne gehabt hätte.
      In Stand By Me machen sich 4 Freunde auf den Weg die Leiche eines kürzlich an einem Zugunfall verstorbenen Kindes zu suchen (sie hoffen dadurch "berühmt" zu werden). Auf diesem Abenteuer wird nach und nach klar, dass alle 4 so sehr sie auch Spaß miteinander haben, größere Probleme und Sorgen mit sich tragen.
      Dabei wird kein Drehbuchmittel, - manch einer mag klischee dazu sagen - ausgelassen, dass man so nicht schon mal in jedem zweiten x-beliebigen Coming-of-age-film gesehen hätte. Mehrmals hab ich an "Perks of being a wallflower" oder "Submarine" denken müssen und ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass sich jene Macher von "Stand by Me" ein wenig inspirieren haben lassen.

      Stand By Me gelingt es mit einer beeindruckenden leichtigkeit schwerere, tristere Themen und Sorgen mit schönsten Sommer-Kindheitsgefühlen zu verbinden, ohne das einer der beiden Aspekte darunter leidet. Und das bewundernswerteste (abgesehen von der sehr starken Schauspielerischen Leistung der 4 Kinder) an diesem tollen Film ist sein gnadenloser Realismus. Ja, diese Zeit war wunderschön, und ja, so glücklich und unbeschwert wird man vielleicht nie wieder sein. Es hat ein unausweichliches Ende. Du wirst diese Freunde die damals dein ein und alles waren vermutlich nicht mehr regelmäßig sehen. Dir bleibt nur diese eine Erinnerung. An diesen einen Sommer.

      8,0/10 (mit Luft nach oben)
    • Erbarmungslos

      Tja, die "Tell Me What to Watch"-Teilnahme hat sich schonmal ausgezahlt :)

      Mir wurde

      Erbarmungslos (Unforgiven, 1992)

      zugeteilt, mit den drei Filmgrößen Clint Eastwood, Morgan Freeman und Gene Hackman.
      Wunderbarer Cast. Eastwood mit seinen ersten Oscar für Regie.

      Abgesehen von "The Good, the Bad, the Weird", einen soliden koreanischer Western und "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford", bei welchen ist zweimal eingeschlafen bin aus unbekannten Gründen und bis dato noch nicht wieder zu Gemüte geführt habe, kenne ich keinen einzigen Westernfilm, nichtmal die Klassiker, auch keine 2000er Filme wie "True Grit", "Open Range" oder "Todeszug nach Yuma".
      Ich schäme mich im Nachhinein ein bisschen dafür. Ich kann diese Aversion nicht mal erklären, Westernfilme habe ich bis heute gekonnt ignoriert und für zu klischeehaft und langweilig gehalten.


      Erbarmungslos hat mich mit seiner zynischen Auseinandersetzung mit dem Genre allerdings sehr angesprochen.
      Es ist eben typischer Western, sondern Anti-Western: Keine Klischees, keine Langweile, kein Heroismus, keine wilden Reit-und-Ballersessions, kein Ritt in den Sonnenuntergang.
      Nur zwei in die Jahre gekommenene, gebrochene Individuen, die ein letztes Mal sich selbst stellen wollen.
      Es gab einige Szene und Personen wessen Genialität und Impact mich erst später, nach dem Genuss des Großen und Ganzen, haben schmunzeln lassen.
      Der Cowboy, der kurzsichtig ist und später Selbstzweifel kriegt, den opportunistischen Schreiberling und natürlich Eastwood, welcher im Schweineschlammbad landet.

      Alles im allem, und nach einigen Denkprozessen kann ich dem Film nicht schlechter als 9/10 geben. Es hat vieles gestimmt, rein filmisch.
      In meinem Repertoire sind zu wenige Western oder Spätwestern um diesen Film geeignet vergleichen und relativieren zu können, vielleicht auch zu wenige um ihn auch kritisch zu hinterfragen. Zumindest zum gegebenen Zeitpunkt.
      Ich habe definitiv etwas aufzuarbeiten :thumbup:

      MfG, und beste Idee des Forum :love:

      PS: 500. bewerteter Film )

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von TripperK ()

      Amtierender DotaLAN-Beer Pong-Champion 2017

    • Das Leben des David Gale

      lieber nicht lesen, wer den film noch nicht gesehen hat. um über ihn zu sprechen muss man nämlich notwendigerweise herb spoilern.
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      wie ich schon im anderen thread geschrieben habe, wurde mir ja das ende schon vor langer zeit verraten. ich weiß auch gar nicht mehr von wem - ich glaube es war jemand aus meiner familie, der den film mal zur prime time auf VOX oder kabel 1 ("die besten filme aller zeiten") gesehen hat und dann seinen mund nicht halten konnte.
      der spoiler hat sich jedoch als relativ harmlos herausgestellt, es hieß darin nur "er ist unschuldig", was erstens den ganzen film über schon offen vermutet/gesagt wird und zweitens "so" ja gott sei dank nicht korrekt ist, verrät die letzte minute ja, dass er von anfang an eingeweiht war, was dem film rückblickend nochmal eine ganz andere note verleiht.
      doch von vorn:

      david gale beginnt eher langweilig, geradezu harmlos. nach einer eingangssequenz die man überhaupt nicht einordnen kann und welche quasi vom schluss des films vorgezogen ist (sowas mag ich in der regel, props an den regisseur an dieser stelle), kommt erstmal nur banales. gespräche die einen nicht wirklich interessieren, eine thematik rund um journalismus, aktivismus und vor allem die todesstrafe, welche definitiv angekratzt aber zu wenig ausgebaut wird und mit der man möglicherweise erst schleppend warm wird. man lernt die charaktere kennen und muss sich mit einer relativ aufgesetzten kate winslet, einem unterkühlten kevin spacey und einem permanent nervenden no-name praktikanten herumschlagen. sind jedoch die ersten notwendigkeiten abgespult beginnt spacey sich zu entwickeln und sein charakter rückt zunehmend in den fokus.
      mit rückblenden füllt man seine charakterkanne und skizziert ein ganz anderes bild von professor gale, als die negativen medienhyper einem eintrichtern wollen bzw. sein eingesperrtes alter ego zunächst auf einen wirken mag. spacey muss dabei viele dramaturgien bedienen: vom liebevollen familienvater über den intellektuellen aber zugleich didaktisch gewandten unischlaumeier bishin zum partymachenden trunkenbold. sogar mehrere sexszenen durchläuft er in seiner position, man möchte meinen ihm sollte hier eine art "lebenswerk"-rolle auf den leib geschrieben werden. leider funktioniert das nicht so gut wie man es sich vorstellt, da spacey zwar stets gut spielt, jedoch insgesamt zu routiniert und ungefordert herüberkommt. natürlich weint er, natürlich lacht er, natürlich stöhnt er, aber stets in einem normalen rahmen. kein schimmer von seiner erhabenheit ("Sieben"), seiner genialität ("Die Üblichen Verdächtigen") oder seinem einzigartigen overacting, was im strengen sinn eigentlich gar kein wirkliches overacting ist ("Kill The Boss"). selbst in schwächeren filmen die direct-to-dvd hätten sein können, habe ich ihn schon besser spielen sehen ("21"). wer also ein zweites "American Beauty" erwartet, wird enttäuscht. und das ist sehr, sehr schade, so hätte sein charakter ihm doch allerlei oscarwürdige szenen bescheren können. ich vermute, der regisseur wollte ihn "normaler" und "alltäglicher" skizzieren als in seinen sonstigen filmen und hat ihn deshalb gebeten, ein wenig auf der bremse zu spielen und nicht jede nuance vollends auszuleben. so bleibt kevin aber leider wie gesagt unter seinen möglichkeiten zurück und gale hat nur einige wenige starke szenen, obwohl es fünfzig hätten sein können (und alle noch besser). unter dem strich also nie schlecht, aber ein klein wenig enttäuschend von der schauspielfront.
      winslet macht da leider keine ausnahme, was aber weniger ihr fehler als der der drehbuchschreiber ist. erst soll sie ein hardliner sein und dann nach den ersten beiden treffen sitzt sie schon sprach- und fassungslos vor gale? ich denke nicht. das ist einfach unglaubwürdig hoch drölf und so schnell ändert kein mensch dieser welt seine festgefertigte meinung ("er ist schuldig" im voraus etc pp) und seine ganze attitüde. dass sie am ende für ihn rennt und weint und sogar schreit ist total legit, klar, sie macht sich u.a. für den tod verantwortlich. aber alles bis dahin, jede reaktion auf die gespräche mit ihm, ist einfach nur käse. sie hätte nach wie vor unberührt bleiben sollen, so wie es ihr charakter vorgesehen hätte, und erst nach dem dritten treffen(!) explodieren sollen. eine richtige läuterung mit allen stadien dieser. oh mein gott - vielleicht hat er doch recht - ich hatte wohl unrecht - ich lag schon die ganze zeit falsch - ich muss etwas tun - was wenn es schon zu spät ist - fuck ich muss JETZT handeln sonst ist es zu spät. so in der drehe. das kam mir jedenfalls alles schon zu früh.
      wer also bleibt ist laura linney, für mich der heimliche star dieses films. was sie durchmachen muss und auch was man von ihr "nicht sieht" (leukämie etc.) und trotz weniger screentime dennoch "wahrnimmt" ist so famos herübergebracht...unklar. dann noch eine mit dem tod kämpfende, nackte frau mit tüte über dem kopf ohne stuntdouble oder derartiges darzustellen - hut ab. sie leistet in david gale wirklich großes und das sollte man honorierend anerkennen.

      was mir ansonsten noch negativ aufgefallen ist ist die musik, wo sich wirklich entgegen aller stimmen unpassende an schwache und dann wieder an unpassende stücke reihten. wenig hat gezündet, wenig empfand ich als angenehm oder gut geeignet.

      ein random fact noch obendrauf: wie dieser film FSK 12 bekommen konnte ist mir absolut schleierhaft. hier werden leute getötet, es gibt mehrere relativ offene sexszenen und die ganze thematik dreht sich um vergewaltigung und die todesstrafe als institution an sich. wer das mit 12-15 kapiert weiß ich nicht und dass meine zwölfjährige tochter eine nackte, mit blauen flecken übersähte frau auf dem boden liegend beobachten soll, wie sie mit angelegten handschellen, zugeklebtem mund und einer plastiktüte über dem kopf um ihr leben ringt, möchte ich auch weder wahr haben noch ihr zumuten müssen. das ganze wird darüberhinaus nicht nur einmal gezeigt, sondern durch eine videokassette locker fünf mal vorgeführt PLUS durch verschiedene(!) protagonisten des films einzeln nachgestellt. hör. mir. auf. das teil hätte ich locker ab 18 gemacht, mit ganz großer sicherheit aber ab 16. zeugt einmal mehr davon wie unfähig die usk in deutschland ist und dass da nur bauchentscheidungen getroffen werden, welche ab und zu mal von einem erhobenen zeigefinger abgelöst werden, der ein killerspiel-ähnliches szenario anprangert oder den nächsten horrorslasher aus dem verkehr zieht. traurig.

      final zum positiven an Das Leben des David Gale: der spannung.
      dieser film ist ab der hälfte so mörderisch fesselnd, dass es einen kaum auf dem sitz hält. ich hatte echt panik und habe manisch an meinen daumen gekratzt, wann denn nun endlich die auflösung kommt, wie es genau ausgeht, wer an was schuld ist und so weiter und so fort. todesspannend bis zur allerletzten sekunde, wirklich. dafür gibt es schon einen großteil der ratingpunkte, denn das schaffen nur sehr wenige streifen in diesem ausmaß. selbst genregrößen und einige der besten thriller die ich kenne, lassen sich da mehr zeit bzw. schaffen es nicht, dermaßen vor den bildschirm zu bannen. chapeau dafür.

      was man noch nennen muss und wo es wirklich keinen weg dran vorbei gibt sind A die thematik(en) und B die "enden". ich nenne sie enden, weil es eigentlich eher zwei sind als nur ein einzelnes. ein umstand, den ich gern "x-hebiger jambus" nenne, genau wie bei dem versmaß eines gedichtes. SPOILER ZU EINEM ANDEREN FILM - bei dem film "Mirrors" war es zum beispiel nach meinem sprachspiel und verständnis sogar ein vierhebiger jambus, bisher so ziemlich das sickeste ende, was ich jemals bei einem film gesehen habe. bei "Saw" oder ähnlichen genrevertretern wo man ganz normal den common term "WTF-ende" benutzt, wäre es demzufolge bei mir "einhebig". - SPOILER - das nur am rande bemerkt als kleines gimmick ;)
      ich fand die beiden enden jedenfalls beide gut und auch total konsistent, so macht das zweite eigentlich das erste nur noch logischer und lässt den ganzen film wie gesagt in einem anderen licht erscheinen. der fakt, dass er es von anfang an gewusst hat ist einfach nur krass, aber auch ein zeichen für die menschlichkeit. er hat sich damit erstens selbst WISSENTLICH geopfert (macht sich also zum FREIWILLIGEN märtyrer an einer sache, für die er zu lebzeiten 24/7 gekämpft hat) und zweitens kate winslet eine innere ruhe und aufklärung gegeben, damit sie für den rest ihres lebens wieder gut schlafen kann. sie ist nicht schuld an seinem tod und hätte es sowieso nicht verhindern sollen, selbst wenn sie es noch geschafft hätte.
      die todesstrafe (wie in A erwähnt) ist überdies ein sehr heikles thema und habe ich bisher selten filmisch umgesetzt gesehen, was man David Gale wirklich zu gute halten muss. man hat sich etwas getraut und ein klares statement gesetzt. jeder der behauptet, der film würde sich nicht (oder nicht genügend) gegen die todesstrafe aussprechen, darf ihn gern nochmal schauen. selten war eine message klarer, erst recht durch das allerletzte video, was ich ja einen absatz weiter oben schon ausreichend erläutert habe. daumen hoch für dieses wagnis, bisher gibt es eigentlich nur "The Green Mile", welcher David Gale hier schlägt und quasi den genreprimus darstellt.

      unter dem strich eine wohlwollende 7.5 von mir und ein großes dankeschön an .k3, der mir diesen film durch das spiel nochmal ans herz gelegt hat.
      ich habe ihn gern geschaut und nichts bereut :)
      MfG

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      Boo^ schrieb:

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