Lehr- und Pädagogikecke

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      Beitrag von HumanlyPuma ()

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    • ninjo schrieb:

      Der Typ aus dem letzten Fallbeispiel erklärt das ganz gut, finde ich. Ich habe mit dem Thema grundsätzlich nicht viel zu tun, aber meine Mutter ist Rektorin an einer Sonderschule in Berlin und kann stundenlang über die Sinnlosigkeit des Inklusionsansatzes in Deutschland schimpfen (und das auch nicht nur aus Eigennutz, sondern pädagogisch qualifiziert).
      Unter Umständen hat er damit natürlich recht, aber der Typ aus dem letzten Fallbeispiel ist für mich leider der Archetyp-Lehrer. Nichts gegen unserer Lehrer und Referendare/Studenten hier, aber wenn ich lese, was der Typ da sagt aus dem letzten Beispiel bekomme ich das kalte Kotzen. Der Typ überschätzt sich als Lehrer/Pädagoge so massiv, wie er dann einfach meint, er macht eine "Fort/Weiterbildung" zum Berufsbetreuer. Ist ja nur mit "Einzelnen" und "man verdient mehr", größtes xD ever. Funfact zur Vergütung von Berufsbetreuern, die wurde seit dem 01.07.2005 (05!!!!!) nicht mehr angepasst. Nicht um 10% erhöht, nicht an die Inflation angeglichen, nicht um EINEN fucking Euro angepasst. Und weil man da angeblich so viel verdienen würde, kommen die größten Flachpfeifen aus allen Sozial/Rechtsanwalts/Pädagogik Gebieten, die nichts anderes auf die Reihe kriegen dahin, und wir als Gericht dürfen uns mit denen rumschlagen. Die Menschen, die da betreut werden, sind teilweise so schwierig zu handhaben, werden grundsätzlich niemals entmündigt, die rechtlichen Anforderungen (Genehmigungsverfahren, Vertretungsberechtigung, Aufgabenkreise, RECHNUNGSLEGUNG!!!) sind echt nicht ohne fachlich, der Beruf ist echt hart, man ist Tag und Nacht 365 Tage im Jahr Ansprechpartner für diese Personen. Und wenn man einigermaßen damit verdienen will, hat man keine 10 Betreuungen, keine 20 Betreuungen, nein unter 50 braucht man kaum anfangen. Und ja, da sind dann ein paar Omis und Opis dabei, die nur im Altersheim liegen und wo man nicht sooo viel zu tun hat, aber die haben trotzdem ein Recht darauf, einmal im Monat/mindestens im Quartal besucht zu werden und nachzuschauen, ob alles in Ordnung ist. (was meist nicht passiert)

      Sorry für den Rant, musste grade irgendwie raus, als ich den Kerl gelesen habe. Die Situation an unseren Schulen ist sicherlich, grade im Grundschule, Gesamt-und Hauptschul Bereich ziemlich scheiße, aber das liegt zum großen Teil eben auch gerade an den Lehrern, die dort arbeiten. Die arbeiten dort natürlich und sehr schweren Bedingungen, aber Lehrer müssen Respektpersonen sein, die die Schüler unter Kontrolle bringen, und das liegt eben an ihnen selbst imo.


      Guten Morgen an muh, sleepy, proudbavarian, seren, incognito, zinnsoldat, qory, juff, sic, banez-, arrow^gunz, cloud, zenarius, Tobi und den rest des DS-Stammtischs
    • jooo brudi...

      kein plan warum du jetzt so random das thema verlässt.
      wenn wir jetzt deinen rant mal wegstreichen, steht da im endeffekt die these: wenn du im beruf unglücklich bist, bist du daran selbst schuld.
      genau das probiert jedoch der artikel anhand der geschilderten fälle zu widerlegen.

      wenn einer schwangeren lehrerin gesagt wird, dass ihr in den bauch geboxt werden soll, damit sie ihr kind verliert ist sie daran selbst schuld, weil sie nicht genug respektsperson ist?

      puh ey.
      Leben so.
    • Weiß nicht wie lange das Abi so bei euch her ist, aber bei mir im Jahrgang haben alle die nicht wussten was sie machen sollen Lehramt oder BWL studiert, dazu dann noch die Leute die sagen "och nööö Bio ist schon nice aber ne Naturwissenschaft studieren XD go Lehramt" und schon haste nen Haufen Leute die mit dem Beruf überfordert sind. Natürlich gibt es einen Haufen motivierte, gute, junge Lehrkräfte, aber eben nicht nur.
      @diskussion wie gut/warum Lehrkräfte so sind
      we do not sow
    • Halte Inklusion ja nicht grundsätzlich für falsch, aber das braucht halt wesentlich mehr Personal als die Kinder in eigene Klassen zu stecken, wo alle nur auf dem Boden rum Rollen.

      Und so lange das Personal nicht da ist, ist es irgendwie sinnlos und hat eher mehr Nachteile als Vorteile.

      Aber keine Angst. Unsere Regierung hat ja das Problem erkannt und verbietet zum Beispiel Kopftücher in Kindergärten. Bin mir sicher das hilft.
      "I'd only suggest that you try to understand other people. Try to learn empathy"
    • Ich habe keine feste Stelle bekommen, aber eine Vertretungsstelle mit vollem Deputat. Das heißt 25 Schulstunden die Wochen unterrichten. Was in mancher Ohren traumhaft klingen mag, wird für mich schon eine krasse Erfahrung sein. Lediglich Menschen wie @flyhigh wissen, wie anstrengend das wird.

      Um es zu veranschaulichen: Im Referendariat hatte ich in Englisch zwei Klassen, in Geo zwei Klassen, macht insgesamt 11 Stunden aus.
      Jetzt habe ich in Englisch fünf Klassen und in Geo vier Klassen. Drei davon sind 5. Klasse, was ich zwar schon unterrichtet, aber noch nie eingeführt habe. Wird auf jeden Fall knackig.

      Und endlich kommt mal Geld in die Kasse. Zwar verdiene ich run 1k€ weniger als jemand, der eine Festanstellung hat und werde zu den Sommerferien gekündigt, aber immerhin ein Jahr 46 Wochen Arbeit.
    • Matlok schrieb:

      Ich habe keine feste Stelle bekommen, aber eine Vertretungsstelle mit vollem Deputat. Das heißt 25 Schulstunden die Wochen unterrichten. Was in mancher Ohren traumhaft klingen mag, wird für mich schon eine krasse Erfahrung sein. Lediglich Menschen wie @flyhigh wissen, wie anstrengend das wird.

      Um es zu veranschaulichen: Im Referendariat hatte ich in Englisch zwei Klassen, in Geo zwei Klassen, macht insgesamt 11 Stunden aus.
      Jetzt habe ich in Englisch fünf Klassen und in Geo vier Klassen. Drei davon sind 5. Klasse, was ich zwar schon unterrichtet, aber noch nie eingeführt habe. Wird auf jeden Fall knackig.

      Und endlich kommt mal Geld in die Kasse. Zwar verdiene ich run 1k€ weniger als jemand, der eine Festanstellung hat und werde zu den Sommerferien gekündigt, aber immerhin ein Jahr 46 Wochen Arbeit.


      >neue Lehrer befristet einstellen
      >neue Lehrer schlechter bezahlen als ihre "alten" Kollegen
      >Überstunden erwarten/billigend in Kauf nehmen
      >Was von Lehrermangel erzählen

      Danke Merkel
    • Matlok schrieb:

      Ich habe keine feste Stelle bekommen, aber eine Vertretungsstelle mit vollem Deputat.

      Matlok schrieb:

      Und endlich kommt mal Geld in die Kasse. Zwar verdiene ich run 1k€ weniger als jemand, der eine Festanstellung hat und werde zu den Sommerferien gekündigt, aber immerhin ein Jahr 46 Wochen Arbeit.
      Ist das bei den jüngeren Lehrkräften nicht mittlerweile sogar die Regel? Zumindest habe ich schon öfter über diese Praxis gelesen und finde es eine riesen Sauerei.

      Edit: Was @oekogandalf sagt...
    • Matlok schrieb:

      Zwar verdiene ich run 1k€ weniger als jemand, der eine Festanstellung hat und werde zu den Sommerferien gekündigt, aber immerhin ein Jahr 46 Wochen Arbeit.
      lmao ey
      Das gleiche hat mir ein Bekannter aus Hessen berichtet. Das ist so unfassbar asozial. Hoffe es springt in den nächsten Jahren ne Festanstellung raus für dich
      Sonst schnell Grundschule machen
    • Mein Vertretungsvertrag wurde auf die Sommerferien ausgeweitet in der Hoffnung, dass ich an der Schule das Ref mache und dann auch später da bleibe.
      Vertretungslehrer über die Sommerferien hinaus zu bezahlen ist aber eher die Ausnahme, leider.
      Mit Mathe Info haben mir aber alle bisher gesagt (Direktor, zahlreiche Seminarleiter, Personalrat), dass absoluter Lehrermangel herrscht in diesen Fächern.

      Daher: Es ist nicht zu pauschalisieren und kommt auf die Fächer an. Deutsch/Geschichte gibt es halt wie Sand am Meer. Ich weiß nicht, welche Kombi du hattest.
    • Uhm, wie sieht das dann bei dir mit Urlaub aus ? Wie kann es denn Legal sein dich mit (vermutlich) unter 20 Tage Urlaub/Jahr anzustellen und dann raus zu schmeißen wenn du eigentlich Urlaub bekommen würdest ? Oder werden die Sommerferien (teilweise) mitbezahlt ?
    • Matlok schrieb:

      Lediglich Menschen wie @flyhigh wissen, wie anstrengend das wird.
      Glaube jeder, der mit Lehrern zu tun hat, die nicht einfach schon jahrelang den gleichen Stiefel abreißen. Meinte Tante ist ja stellv. Schulleiterin und hat schon lange vorher immer die Referendare begleitet, der Trend geht in (Nord)Hessen dazu, dass sich viele neue Lehrer sogar freiwillig dafür entscheiden, nicht mit einer vollen Stelle anzufangen, weil das so krass viel und schwierig ist, wenn man seine Arbeit gut machen möchte.


      Guten Morgen an muh, sleepy, proudbavarian, seren, incognito, zinnsoldat, qory, juff, sic, banez-, arrow^gunz, cloud, zenarius, Tobi und den rest des DS-Stammtischs
    • Akkarin schrieb:

      Uhm, wie sieht das dann bei dir mit Urlaub aus ? Wie kann es denn Legal sein dich mit (vermutlich) unter 20 Tage Urlaub/Jahr anzustellen und dann raus zu schmeißen wenn du eigentlich Urlaub bekommen würdest ? Oder werden die Sommerferien (teilweise) mitbezahlt ?
      Nö, aber ich habe ja noch Herbst-/Winter-/Faschings-/Osterferien und wie jeder weiß geht ein Lehrer am Freitag wenn die Ferien beginnen nach Hause und fängt erst am Montag früh nach den Ferien wieder mit der Arbeit an. 20 Urlaubstage sind damit locker drin.

      ramius schrieb:

      Matlok schrieb:

      Ich habe keine feste Stelle bekommen, aber eine Vertretungsstelle mit vollem Deputat.

      Matlok schrieb:

      Und endlich kommt mal Geld in die Kasse. Zwar verdiene ich run 1k€ weniger als jemand, der eine Festanstellung hat und werde zu den Sommerferien gekündigt, aber immerhin ein Jahr 46 Wochen Arbeit.
      Ist das bei den jüngeren Lehrkräften nicht mittlerweile sogar die Regel? Zumindest habe ich schon öfter über diese Praxis gelesen und finde es eine riesen Sauerei.
      Edit: Was @oekogandalf sagt...
      Nein, einige , die ich kenne, haben eine Festanstellung bekommen. Ist natürlich Fächerabhängig. Viele sind auch an Gemeinschafts- und Grundschulen gegangen, aber dort könnte ich kein Shakespeare mehr unterrichten.
    • @Matlok fühlst du dich den gerecht behandelt, es wirkt insgesamt bisschen resigniert?
      Was, wenn es zu trifft sehr bedauern würde, halte Bildung für das nachhaltig kostbarste Gut und kann nicht so richtig verstehen, wie die ganze Bildungskette vom Kindergarten bis hin zum Abitur /Berufsschule so lasch behandelt wird mit meinen wenigen Mitteln, das zu beurteilen.

      LG <3
      ein Pädagogensohn
      Dieser Account benutzt sehr gerne Zynismus, Sarkasmus und Ironie ¯\_(ツ)_/¯ nett kann ich trotzdem wirken...
      Wortlawinen rollen gewöhnlich von den Bergen der Dummheit Stanislaw Jerzy Lec
    • Akkarin schrieb:

      Uhm, wie sieht das dann bei dir mit Urlaub aus ? Wie kann es denn Legal sein dich mit (vermutlich) unter 20 Tage Urlaub/Jahr anzustellen und dann raus zu schmeißen wenn du eigentlich Urlaub bekommen würdest ? Oder werden die Sommerferien (teilweise) mitbezahlt ?
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    • Yarox schrieb:

      Bekommt man dann eigtl. E13, wenn man das 2. Staatsexamen hat? Alles drunter wäre ja absoluter meme.
      Jap, E13 it is.

      Und danke für die vielen mitfühlenden Worte. Es ist nicht ganz so schlimm, wie es sich anhört. Ich kenne andere, die haben als Vertretung nur 12 Stunden arbeiten können und da verdient man als Referendar beinahe mehr (~1,3k).

      Lehrer werden gebraucht, aber eben nicht so sehr im Gymnasium, zumindest nicht offiziell. Ich wurde von meiner alten Schule als Vertretung eingestellt, was auch eher ungewöhnlich ist. Mein Schulleiter meinte zu mir: "Wir wollen sie unbedingt halten", was ja schon ein gutes Gefühl ist. Die Schulleiter von BaWü würden viel lieber mehr Lehrer anstellen, aber sie dürfen einfach nicht. In diesem Bundesland wird auf Kante genäht, das heißt, dass wenn alle Lehrer da sind eine 100%ige Unterrichtsabdeckung gewährleistet ist. Da darf halt niemand krank/schwanger werden und weder auf Klassenfahrt noch auf Fortbildung fahren, denn dann fällt automatisch Unterricht aus. Ist aber egal, weil Gymnasiallehrer sind sowieso viel zu teuer.

      Immerhin spart das Land 12,5 Mio. Euro, indem sie alle Referendare und Festangestellten über die Sommerferien kündigen. Ist schon ein Witz. Selbst wenn du der beste Referendar seit Jahrzehnten bist, einen 1,0er Abschluss hast und sofort eine Festanstellung bekommst, bist du trotzdem 6 Wochen arbeitslos.